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Gmür-Schönenberger Andrea · Ständerat · 2026-03-10

Gmür-Schönenberger Andrea · Ständerat · Luzern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-03-10

Wortprotokoll

Ich habe vorhin Kollege Schwander gut zugehört, er wird sich ja zu meiner Motion auch noch äussern. Wir sind uns einig, dass häusliche Gewalt ein gravierendes Problem ist, ein Problem, das wir zwingend und dringend lösen sollten. Ich gehe aber nicht mit ihm einig, dass wir alle Instrumente in der Hand halten, wie er gesagt hat. Ich bin auch sehr dankbar, dass wir die beiden Motionen Maret Marianne 25.4556 und Z'graggen 25.4557 bereits angenommen haben.

Kollege Schwander hat vorhin gefragt, wo wir denn etwas machen sollen. Das sage ich ihm sehr gerne: bei der Täterprävention und beim Tätermonitoring. Diese gilt es zu verbessern. Wir müssen den Blick ganz klar viel stärker auf die Täter richten. Prävention gelingt nur dann nachhaltig, wenn wir verstehen, wer Gewalt ausübt, unter welchen Umständen sie entsteht und welche Faktoren Rückfälle begünstigen.

Heute fehlt in der Schweiz ein solches systematisches nationales Tätermonitoring. Daten zu Tätern sind bei häuslicher Gewalt fragmentiert. Sie liegen bei der Polizei, bei der Justiz, bei Sozialdiensten oder auch bei Beratungsstellen. Aber sie werden kaum gesamtschweizerisch zusammengeführt und ausgewertet.

Ein nationales Tätermonitoring würde genau hier ansetzen. Erstens würde es ermöglichen, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Durch die systematische Analyse von Täterprofilen, etwa Alter, Lebensumstände oder frühere Gewaltdelikte, können Muster sichtbar werden, die heute verborgen bleiben. Zweitens schafft ein solches Monitoring die Grundlage für gezielte Prävention und Intervention. Programme zur Täterarbeit, Gefährderansprachen oder Schutzmassnahmen können wesentlich präziser ausgestaltet werden, wenn sie auf fundierten Daten beruhen. Drittens stärkt ein nationales System die Koordination zwischen Kantonen und Behörden. Häusliche Gewalt endet ja nicht an Kantonsgrenzen, doch die Datenlage ist stark fragmentiert. Ein gemeinsamer Rahmen verbessert Zusammenarbeit, Vergleichbarkeit und Wirksamkeit. Viertens kann ein wirksames Tätermonitoring dazu beitragen, Rückfälle und Eskalationen zu verhindern. Wenn Risikoprofile besser verstanden werden, können gefährliche Situationen früher erkannt und Schutzmassnahmen rechtzeitig eingeleitet werden.

Es geht um bessere Erkenntnisse, bessere Prävention und besseren Schutz für Opfer. Wenn wir häusliche Gewalt tatsächlich wirksam bekämpfen wollen, dürfen wir nicht nur die Folgen behandeln, sondern müssen auch die Ursachen ganz klar besser verstehen können. Ein nationales Tätermonitoring ist deshalb ein wichtiger Schritt, um in erster Linie Frauen und Kinder besser zu schützen und Gewalt frühzeitig zu verhindern.

Ich danke Ihnen für die Unterstützung meiner Motion.