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Jositsch Daniel · Ständerat · 2026-03-11

Jositsch Daniel · Ständerat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2026-03-11

Wortprotokoll

Ich gebe Ihnen meine Interessenbindung bekannt: Ich bin Präsident des Schweizerischen Fischereiverbandes, der ja bereits von den beiden Vorrednerinnen erwähnt worden ist. Es ist tatsächlich so, dass unser Verband diese Vorlage vehement und entschieden[NB]ablehnt.[NB]Ich[NB]möchte[NB]nicht wiederholen, was bereits gesagt worden ist, sondern Ihnen noch erläutern, warum das der Fall ist.

Ich meine, es ist eine Binsenweisheit, dass es ohne gesundes Wasser auch keine gesunden Fische gibt. Heute ist die Situation dramatisch. Rund 75 Prozent der Fische in der Schweiz sind gefährdet. Das führt dazu, dass sich nicht nur für die Sportfischer die Situation dramatisch verändert hat, sondern auch für die Berufsfischer. Der Stand der Berufsfischer in der Schweiz steht praktisch vor dem Aussterben, und zwar eben deshalb, weil es vielfältige Belastungen gibt. Sie kennen die PFAS-Diskussion beispielsweise oder die Thematiken Kormoran und Gänsesäger, auf die wir beim nächsten Geschäft auch wieder zu sprechen kommen. All das sind Belastungen.

Wir haben nun, und das wurde auch erwähnt, mit diesen Grenzwerten einen Kompromiss gefunden, zwischen den Interessen einerseits der Landwirtschaft und andererseits des Naturschutzes, aber auch der Fischerei, also rund um das Gewässer herum. Das heisst, es gibt ein Entgegenkommen von der einen Seite und ein Entgegenkommen von der anderen Seite. Wenn Sie nun an diesem Gleichgewicht etwas [PAGE 194] verändern, dann führt das logischerweise zu einem Ungleichgewicht. Das können wir so nicht mittragen. Denn wenn man einen Kompromiss macht, dann sollte man sich daran halten. Es gibt ja diesen schönen lateinischen Satz "Pacta sunt servanda". Das heisst, wenn man einen Vertrag abschliesst, soll man sich auch daran halten, damit die Gegenseite sich auch verpflichtet fühlt.

Ich glaube, wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich sage das jetzt aus der Sicht eines Verbandes, der nicht einfach Naturschutz betreibt, sondern auf der einen Seite die Interessen der Fischerei, auch der Berufsfischerei vertritt, aber auf der anderen Seite sagt, dass wir hier auch auf die Natur schauen müssen. Wir sind immer zu Kompromissen bereit und bereit gewesen. Deshalb, glaube ich, sollten wir auch hier an diesem Kompromiss festhalten. Sonst fühlen wir uns in Zukunft auch nicht mehr verpflichtet, einen Schritt in die andere Richtung zu machen, Kompromisse zu machen. Ich erinnere an den Beschleunigungserlass. Wir haben ihn unterstützt. Das haben nicht alle aus unseren Kreisen gut gefunden. Man hat uns hier auch den Vorwurf gemacht, wir seien zu weit entgegengegangen. Aber wir haben das verteidigt, weil wir einfach gesagt haben, man muss immer das Ganze im Blick haben. Ich glaube, das ist auch die Qualität, die diesen Ratssaal ausmacht, im Unterschied zur anderen Seite des Gebäudes.

Deshalb ersuche ich Sie dringend, die Motion abzulehnen.