Hässig Patrick · Nationalrat · 2026-03-12
Hässig Patrick · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2026-03-12
Wortprotokoll
Der medizinische Fortschritt hat Therapien möglich gemacht, die z.[NB]B. das Leben von Patientinnen und Patienten mit seltenen Krankheiten retten können. Für viele dieser Krankheiten wäre eine Therapie noch bis vor wenigen Jahren undenkbar gewesen - zu selten die Krankheit, zu schwierig die Überprüfung und Produktion von allfälligen Heilmitteln.
Durch innovative, hochkomplexe Ansätze sind jetzt für viele dieser Krankheiten Therapien möglich geworden, die patientenspezifisch und in kleinen Mengen hergestellt werden. Die Gesetzeslage in der Schweiz ist jedoch bisher nicht auf diese neuartigen Therapien eingestellt. Stattdessen wird deren Entwicklung oder Anwendung vielfach behindert. Das können wir jetzt ändern. Damit helfen wir den Menschen, die unter einer seltenen Krankheit leiden, und stärken nebenbei auch noch unseren Innovationsstandort Schweiz.
Die zweite wichtige Änderung dieser Revision, die wir als GLP-Fraktion explizit hervorheben möchten, betrifft die Digitalisierung im Gesundheitswesen, die Digitalisierung rund um die Verschreibung und Abgabe von Medikamenten. Fortschritte bei der Digitalisierung in diesem Bereich werden die Sicherheit von Patientinnen und Patienten deutlich verbessern. Besonders positiv bewerten wir die neu vorgeschlagene Regelung für einen obligatorischen Einsatz von Systemen, die das medizinische Personal bei der Berechnung der korrekten Arzneimitteldosierung unterstützen. Das Ziel solcher Systeme ist die Vermeidung von Dosierungsfehlern.
Durch meine Arbeit auf dem Kindernotfall kann ich Ihnen aus erster Hand bestätigen, dass Dosierungsentscheide oft komplex sind. Sie müssen schnell getroffen werden, und Fehler können gravierende Konsequenzen haben. Teilweise rechnen wir mit einem alten, aus den Achtzigerjahren stammenden Taschenrechner von Milligramm auf Mikrogramm, von Gramm auf Mikrogramm. Da geht es teilweise um Neugeborene oder kleine Kinder, die wir in Minutenschnelle mit der richtigen Dosierung versorgen müssen. Um das geht es.
Eine Studie, die vor ein paar Jahren in Schweizer Kinderkliniken durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass rund 14 Prozent der medizinischen Verordnungen fehlerhaft waren - das ist jede siebte medizinische Verordnung. Digitale Systeme, die bei der Dosierung helfen, stellen für das Gesundheitspersonal ein wichtiges zusätzliches Sicherheitsnetz dar.
Aus unserer Sicht geht der Entwurf in diesem Punkt zwar in die richtige Richtung, aber noch nicht weit genug. Insgesamt ist die Revision aber ein wichtiger Schritt nach vorne, und deshalb werden wir von den Grünliberalen klar für Eintreten stimmen. Wir werden in der Detailberatung, mit Ausnahme unserer eigenen Minderheiten, überall der Kommissionsmehrheit folgen und, wie vorhin erwähnt, die Minderheit Wyss bei Artikel 9c Absatz 1 unterstützen.