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Gredig Corina · Nationalrat · 2026-03-19

Gredig Corina · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2026-03-19

Wortprotokoll

Der Bericht zur Aussenwirtschaftspolitik 2025 kommt in einer Phase, in der Handelspolitik längst mehr ist als eine Frage von Zöllen und Marktzugang. Es geht immer stärker - und das lesen wir tagtäglich - auch um die Sicherheitsindustrie und schlussendlich um Machtpolitik. Für uns als Schweiz ist das besonders relevant. Wir sind eine relativ kleine, offene Volkswirtschaft, und wir können uns weder Abschottung noch strategische Blindheit leisten. Unser Wohlstand hängt an verlässlichen Regeln, offenen Märkten und stabilen Beziehungen mit unseren wichtigsten Partnern, und das zeigt der Bericht auf. Der Bundesrat hat in diesem schwierigen Jahr 2025 versucht, das ins Zentrum zu stellen, genau in diese Richtung zu wirken und diese Beziehungen zu stabilisieren.

Des Weiteren ist es gerade in diesem schwierigen Marktumfeld wichtig, die Diversifikation unserer Handelsbeziehungen fortzusetzen und hier neue Akzente zu setzen. Das wurde im letzten Jahr weiter vorangetrieben. Wir haben zusätzliche Abkommen ausgehandelt. Neue Marktzugänge erhöhen die Resilienz unserer Wirtschaft, gerade in einem Umfeld, das unsicherer und fragmentierter geworden ist. Da können wir uns nichts vormachen. Es ist gut und recht, neue Märkte erschliessen zu wollen, aber unser wichtigster Handelspartner bleibt mit Abstand die Europäische Union. Deshalb ist es so zentral, dass wir stabile Beziehungen zu unserem wichtigsten Handelspartner haben.

Die Schweiz ist gut darin, Handel zu treiben, aber oft weniger gut darin, rechtzeitig zu handeln. In nächster Zeit haben wir die Chance, beides gleichzeitig zu tun. Unser wichtigster Markt ist direkt vor unserer Haustüre. Die EU ist und bleibt mit Abstand unsere wichtigste Handelspartnerin. Stabile Beziehungen mit der EU sind deshalb keine ideologische Frage, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Für unsere Unternehmen bedeutet der Zugang zum europäischen Binnenmarkt Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.

Der Bericht zeigt zudem, dass sich die Schwerpunkte im letzten Jahr auch verschoben haben. Digitalisierung, wirtschaftliche Sicherheit und robuste Lieferketten rücken ins Zentrum. Gerade für die Schweiz mit ihrer starken, vernetzten, wissensbasierten Wirtschaft ist entscheidend, dass wir hier ebenfalls Akzente setzen. Ab nächster Woche beginnen die Beratungen zu den Bilateralen III in den Kommissionen. Wir haben dann die Gelegenheit, hier fortzusetzen, was im Jahr 2025 aufgegleist wurde, und für stabile, geregelte Beziehungen zu unserem wichtigsten Handelspartner zu sorgen. Das ist essenziell in einem geopolitischen Umfeld, das eben instabil ist und unsere Wirtschaft und Gesellschaft vor grosse Herausforderungen stellt.

Besten Dank an den Bundesrat an dieser Stelle für den Bericht; wir nehmen ihn entsprechend so zur Kenntnis.