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Meier Andreas · Nationalrat · 2026-04-27

Meier Andreas · Nationalrat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-04-27

Wortprotokoll

Ich wechsle das Parkett, ich gehe zur Bildung. Deutsch ist eine unserer Landessprachen. Unser Deutsch ist das Schweizer Hochdeutsch, unser Standarddeutsch, in welchem ich nun zu Ihnen spreche. Es ist Teil unserer Schweizer Identität, aber auch ein wichtiger Faktor für die Positionierung der Schweiz im internationalen Bildungsraum. Gemeinsam mit Deutschland und Österreich engagieren wir uns im Rahmen des DACH-Memorandums 2022-2027 für die Förderung des Deutschen weltweit - zumindest auf dem Papier. In der Praxis fehlen das klare Mandat, die Zuständigkeit und die Finanzierung.

Der Bundesrat lehnt die Motion ab, mit dem Hinweis, bestehende Mechanismen seien ausreichend und die Schweiz sei im DACH-Gremium vertreten. Das ist falsch, die Realität sieht anders aus. Von 2016 bis 2022 vertrat das Schweizerische Zentrum für die Mittelschule die Schweiz im Gremium, finanziert durch die EDK mit jährlich 10[NB]000 Franken. Nach Auslaufen dieses Mandats sprang Movetia ein - ohne Leistungsauftrag, ohne zusätzliche Mittel. Movetia engagierte sich zwar, etwa beim Aufbau der DACH-Multiplikatoren-Fortbildung durch das Einwerben von Finanzmitteln über Präsenz Schweiz. Anfang 2025 hielt Movetia fest, dass sie weder die fachliche Zuständigkeit hat noch die Ressourcen für eine dauerhafte Vertretung zur Verfügung stehen, und bat die Prozessleitung Bildungszusammenarbeit (PL BiZ), die Vertretungsfrage zu klären.

Im August 2025 entschied die PL BiZ, dass die Schweiz bis auf Weiteres nicht mehr im DACH-Gremium vertreten sein wird - im klaren Widerspruch zur Antwort des Bundesrates auf diese Motion, wonach die Vertretung gewährleistet sei. Die Folgen sind gravierend: Die Schweiz ist im zentralen Forum nicht präsent; es fehlt eine nationale Koordinationsstelle; unsere Partnerländer haben keine verlässliche Ansprechpartnerin; gemeinsame Projekte sind gefährdet, etwa die Fortführung der DACH-Multiplikatoren-Fortbildung.

Gerade jetzt ist der Ausstieg besonders heikel. Im Sommer 2025 schloss der erste Jahrgang diese Fortbildung erfolgreich ab. Das DACH-Gremium plant eine zweite Durchführung ab Herbst 2026. Dafür müssen bis im Frühjahr 2026 die finanziellen Mittel bereitstehen. In Deutschland übernimmt die Finanzierung das Goethe-Institut, in Österreich das Bildungsministerium. In der Schweiz gibt es nicht einmal einen Ansprechpartner. Wer ernst genommen werden will, muss sich zeigen, so wie Deutschland mit dem Goethe-Institut oder Österreich mit einem Ministerium.

Das Anliegen dieser Motion ist sehr konkret. Wer soll sich für das Schweizer Hochdeutsch starkmachen, wenn nicht die Schweiz? Dies nützt uns allen: indem das Hochdeutsch von Deutschschweizer Fachleuten von Deutschen nicht mehr als Dialekt belächelt wird; indem gut ausgebildete junge Fachkräfte in Deutschkursen weltweit lernen, dass sie auch hier auf Deutsch arbeiten oder doktorieren können; indem in Sprachprüfungen Varianten wie "Velo" statt "Fahrrad", "Matura" statt "Abitur" oder "das E-Mail" statt "die E-Mail" nicht als Fehler sanktioniert werden. Lassen Sie uns unsere Deutschvarietät zum Nutzen unseres Landes gezielt stärken. Wenn wir unsere Verantwortung im DACH-Raum ernst nehmen, wenn wir Mehrsprachigkeit nicht nur innenpolitisch fordern, sondern auch aussenpolitisch leben wollen, dann braucht es eine offizielle Kontaktstelle mit klarem Auftrag, einer Finanzierung und im Einklang mit dem föderalen Prinzip.

Unterstützen Sie diese Motion für eine wirkungsvolle, glaubwürdige und professionell koordinierte Förderung unseres Schweizerdeutschs im internationalen Rahmen.

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