Meyer Mattea · Nationalrat · 2026-04-29
Meyer Mattea · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2026-04-29
Wortprotokoll
Mieten, Krankenkassenprämien und die Kosten des alltäglichen Bedarfs steigen - nicht so die Renten in der zweiten Säule. Die Entwicklung in den letzten Jahren in den Pensionskassen ist dramatisch für alle Arbeitnehmenden. Während die Beiträge gestiegen sind, sind die Rentenleistungen gesunken. Viele Arbeitnehmende haben in den letzten zwanzig Jahren ihre Beiträge in die zweite Säule ausgebaut, um den Verlust wenigstens teilweise zu kompensieren. Die Renten der zweiten Säule sind in den letzten zehn Jahren real über 4 Prozent gesunken, während sehr viele Pensionskassen finanziell gut dastehen. Kurz: Versicherte zahlen zwar immer mehr in die zweite Säule, kriegen aber weniger Rente daraus zurück.
Das bedeutet einen massiven Kaufkraftverlust. Während nämlich die AHV-Renten regelmässig und obligatorisch an die Preis- und Lohnentwicklung angepasst werden, ist das in der zweiten Säule nicht der Fall. Die Pensionskassen können das zwar machen, darauf besteht aber kein gesetzlicher Anspruch. Nur eine Minderheit aller Kassen macht das.
Wenn das Leben immer teurer wird, die Renten aber nicht mithalten, dann klafft ein Loch im Portemonnaie, das insbesondere Pensionierte mit tiefen und mittleren Einkommen besonders stark spüren. Es braucht daher endlich einen Teuerungsausgleich auch in der zweiten Säule. Die Verfassung verlangt nämlich, dass die zweite Säule die Fortsetzung des gewohnten Lebensstandards oder der gewohnten Lebenshaltung ermöglicht. Ohne Teuerungsausgleich bei den Pensionskassenrenten geht das aber nicht.
Mit der vorliegenden Motion wird der Bundesrat beauftragt, die gesetzlichen Grundlagen so anzupassen, dass die Renten aus der beruflichen Vorsorge, also aus den Pensionskassen, regelmässig der Teuerung angepasst werden. Ein Teuerungsausgleich könnte in Anlehnung an den Mischindex erfolgen, der für die Anpassung der AHV- und IV-Renten bereits verwendet wird. Selbstverständlich muss bei der Umsetzung den Pensionskassen auch eine angemessene Übergangsfrist gewährt werden.
Nichts tun aber bedeutet, den aktuellen und auch den zukünftigen Rentnerinnen und Rentnern zuzumuten, dass ihre Renten konstant an Wert verlieren.
Ich bitte Sie, der Motion zuzustimmen und die Kaufkraft der Pensionierten in diesem Land zu stärken.