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Glur Christian · Nationalrat · 2026-04-30

Glur Christian · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-04-30

Wortprotokoll

Auch wenn wir aktuell über viele brisante politische Themen diskutieren, geht es beim Bürgerrecht nicht um irgendein Thema. Es geht um den Kern unserer Schweiz. Es geht um Identität und um den Wert dessen, was es bedeutet, Schweizerin oder Schweizer zu sein.

Die Volksinitiative "für ein modernes Bürgerrecht" ist nicht modern, sie ist gefährlich. Wieso? Sie ist gefährlich, weil sie unser Bürgerrecht verwässert, unsere bewährten föderalistischen Strukturen aufs Spiel setzt und letztlich auch die Sicherheit in unserem Land weiter strapaziert. Aus vier Gründen bin ich klar gegen diese Initiative:

1.[NB]Fünf Jahre bis zur Einbürgerung sind definitiv zu wenig. Das Schweizer Bürgerrecht darf keine schnelle Formalität werden. Es ist kein Verwaltungsakt, den man nach ein paar Jahren einfach abhakt. Vielmehr ist die Einbürgerung ein hohes Gut. Wer Teil dieses Landes werden will, muss sich über längere Zeit im Alltag, im Beruf, in unserer Gesellschaft bewähren. Gerade in einem Land wie der Schweiz, das auf Stabilität, Vertrauen und Zusammenhalt angewiesen ist, müssen wir sicherstellen, dass neue Staatsbürgerinnen und Staatsbürger unsere Werte nicht nur kennen, sondern leben.

2.[NB]Diese Initiative entmachtet bewusst Gemeinden und Kantone. Das ist ein fundamentaler Fehler. Dort, in den Gemeinden, kennt man nämlich die Menschen. Dort sieht man, wer integriert ist und wer eben nicht. Integration passiert nicht in Bundesbern. Integration passiert im Dorf, im Quartier, im Alltag. Und diese föderalistischen Instanzen sollen entscheiden, wer Schweizerin oder Schweizer werden darf.

3.[NB]Besonders problematisch ist der Umgang mit Straftätern. Es kann nicht sein, dass es für eine Einbürgerung reicht, nicht zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden zu sein. Kriminelle mit kurzen Strafen für Körperverletzung, Einbruch, Betrug könnten also ohne Probleme eingebürgert werden. Das darf nicht passieren. Die Einbürgerung von kriminellen Personen sendet ein falsches Signal nach innen und nach aussen. Wer Teil dieses Landes werden will, muss unsere Regeln respektieren, vollständig, ohne Wenn und Aber.

4.[NB]Wir müssen uns ehrlich fragen, was diese Initiative für die Zukunft bedeutet: Was passiert, wenn die Hürden sinken? Wohin entwickeln sich die Einbürgerungszahlen? Was passiert mit der Identität unseres Landes? Alles, was man zu leicht erhält, verliert an Bedeutung. Eine Schweiz, die ihre Einbürgerungsstandards senkt, riskiert, ihre Identität und ihre Wurzeln zu verlieren.

Deshalb ist für mich klar: Nein zu einer Verwässerung unserer Schweizer Identität, Nein zu einer Zentralisierung, die an der Realität vorbeigeht, Nein zu tieferen Hürden auf Kosten unserer Sicherheit.

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