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Walti Beat · Nationalrat · 2026-06-02

Walti Beat · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2026-06-02

Wortprotokoll

Ziel dieses Postulates ist es, die Rahmenbedingungen für Mitarbeiterbeteiligungen in der Wirtschaft zu verbessern bzw. mit einem Postulatsbericht die Ausgangslage dafür zu schaffen.

Mitarbeiterbeteiligungen sind ein etabliertes Instrument der Lohnpolitik. Allerdings gibt es im föderalistischen Vollzug eine beachtliche Vielfalt. In der Harmonisierung des Vollzuges, sprich in der Verbreitung der bestmöglichen Umsetzungsvarianten - neudeutsch "best practices" -, liegt ein erhebliches Potenzial für die Schweizer Volkswirtschaft, wenn solches denn mittels entsprechender Massnahmen gelingt.

Mitarbeiterbeteiligungen sind häufig ein wichtiges Element der Lohnpolitik von Unternehmen, und zwar von Unternehmen aller Grössen. Man denkt vielleicht spontan eher an grosse Unternehmen; ich denke, dass der Bekämpfer dann die grosse Keule der Kapitalismuskritik schwingen wird. Das ist aber nicht die Realität, auch sehr viele kleinere und mittlere Unternehmen, Stichwort KMU, kennen Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. Es ist zum Beispiel für Start-ups ein sehr wichtiges Instrument, um Mitarbeitende zu guten, attraktiven und ökonomischen Konditionen beteiligen zu können, aber auch bei etablierten Unternehmen ist das wichtig.

Es macht auch gesellschaftspolitisch Sinn, im Sinne einer partizipativen Wirtschaft die Mitarbeitenden am Unternehmenskapital zu beteiligen und damit sicherzustellen, dass ein Teil der Wertschöpfung bei den Mitarbeitenden ankommt. Es fördert nicht zuletzt das Verständnis der Mitarbeitenden für die wirtschaftlichen Zusammenhänge, in denen sich ein Unternehmen bewegt; das ist ganz wichtig, weil natürlich Mitarbeitende als Aktionärinnen und Aktionäre beispielsweise entsprechende Informationen zum Geschäftsgang erhalten, wie alle anderen Aktionärinnen und Aktionäre auch.

Wir beginnen hier nicht bei null. Wie gesagt, bestehen bereits klare Rahmenbedingungen und eine etablierte Praxis. Es geht jedoch vor allem darum, im steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Bereich Verbesserungspotenziale zu identifizieren, um das Potenzial solcher Programme weiter zu steigern. Abschliessend möchte ich erwähnen, dass dies gerade im internationalen Kontext von grosser Bedeutung ist, da solche Programme für Unternehmen ein wichtiges Instrument darstellen, um qualifizierte ausländische Mitarbeitende für eine Tätigkeit in der Schweiz zu gewinnen. Diese bringen oft eigene Vorstellungen solcher Beteiligungsprogramme mit, und ein sogenannter Swiss Finish kann dabei eine erhebliche Hürde darstellen, die das Verständnis und damit die Attraktivität einer Stelle in der Schweiz mindert, was gerade bei qualifizierten Arbeitskräften nicht wünschenswert und ökonomisch ineffizient ist.

In diesem Sinne freue ich mich sehr, dass der Bundesrat bereit ist, dieses Postulat entgegenzunehmen. Ebenso würde ich mich über eine ernsthafte, faktenbasierte Analyse freuen, um daraus Schlussfolgerungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Mitarbeiterbeteiligungen ziehen zu können.

Ich danke Ihnen, wenn Sie das Postulat unterstützen.