Fehr Jacqueline · Nationalrat · 2003-10-03
Fehr Jacqueline · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2003-10-03
Wortprotokoll
Die Frage, ob Erwerbsausfall nach der Niederkunft versichert werden soll, ist keine Mann-Frau-Geschichte. Es ist eine Geschichte, die die gesamte Gesellschaft etwas angeht. Wer heute gegen diese Lösung antritt - und auch gegen andere Lösungen, die es Familien einfacher machen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen -, nimmt in Kauf, dass es in diesem Land immer weniger Kinder gibt. Heute bekommt eine Schweizer Frau im Durchschnitt noch 1,2 Kinder. Um die Bevölkerungszahl stabil zu halten, müssten es 2,1 Kinder sein. Wenn wir die Frauen fragen, weshalb sie auf Kinder verzichten, geben sie immer dieselbe Antwort: Sie tun es, weil sie nicht wissen, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen sollen.
Liebe SVP-Mitglieder: Sie spielen das Spiel "Alle gegen alle". Sie spielen Junge gegen Alte aus, Gesunde gegen Kranke, und Sie spielen insbesondere - auch hier wieder, auch bei der AHV - die Generationen gegeneinander aus. Am Schluss soll nach Ihrer Lesart nur der schnelle private Gewinn übrig bleiben. Auf der Strecke bleiben unser Generationenvertrag, die Solidarität, der soziale Friede. Auf der Strecke bleibt also genau jenes Konzept, das unser Land stark und sicher gemacht hat. Wenn Sie hier erneut gegen diese Lösung antreten, spielen Sie dieses Spiel weiter. Am Schluss wird ein Volk zurückbleiben, das im Altersheim lebt.