Hegglin Peter · Ständerat · 2026-06-08
Hegglin Peter · Ständerat · Zug · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-06-08
Wortprotokoll
Ich kann die Aussagen meiner Vorredner unterstützen. Ich glaube, das erste Ziel müsste es sein, das Inverkehrbringen der gefährlichen Stoffe zu verhindern. Dann folgen die Substitution und auch die Zerstörung. Ich zitiere eine Studie der ETH, die 1400 unterschiedliche PFAS und PFOS erfasst hat. Diese Stoffe werden in 200 verschiedenen Anwendungen verwendet. Das Feuerlöschmittel ist vielleicht das Beispiel, das am meisten genannt worden ist. Sie werden aber auch in Kosmetika, Teppichen und so weiter bis hin zu Lebensmittelverpackungen verwendet.
1400 verschiedene PFAS, 200 verschiedene Anwendungen - über diese besteht anscheinend gemäss dieser ETH-Studie keine Übersicht. Anscheinend gibt es nur im Bereich von Pflanzenschutzmitteln eine jährliche Bilanz, die auch veröffentlicht wird. Ich gehe schon davon aus, dass man sich jetzt seitens des Bundes, auch angestossen durch parlamentarische Vorstösse, eine Übersicht verschafft und versucht, vor allem die krebserregenden Stoffe zu isolieren und nicht mehr in Verkehr zu bringen.
Wenn es um die Festlegung der Grenzwerte geht und um die Frage, wie die Grenzwerte festgelegt werden sollen, meine ich auch, dass es Sinn macht, sich an der EU zu orientieren. Nur für die Schweiz allein macht das keinen Sinn. Wenn ich dann aber die Grenzwerte betrachte, komme ich zum Schluss, dass ich deren Festlegung nur schwerlich nachvollziehen kann. Zwischen den höchsten und den tiefsten Grenzwerten liegt fast ein Faktor 38. Das ist doch sehr bemerkenswert.
Ich kann auf das Beispiel des Zugersees zurückkommen, das vorhin genannt wurde: Der Verkauf gewisser Fische aus dem Zugersee ist verboten. Man sehe sich aber an, wie die Grenzwerte dort angewendet werden. Der Grenzwert für Egli liegt bei 45 Nanogramm pro Kilogramm Fisch. Das ist fast sechsmal höher als der Grenzwert beim Hecht, der bei 8 Nanogramm pro Kilogramm liegt. Die Argumentation ist die, dass der Egli wirtschaftlich wertvoller sei als der Hecht und man deshalb die Grenzwerte anders festlege. Eigentlich ist das schon nicht sehr glaubwürdig. Meines Erachtens müsste man sich an der Gefährlichkeit für den Menschen oder auch für die Umwelt orientieren. Die Grenzwerte sollten entsprechend der Gefährlichkeit und nicht entsprechend der wirtschaftlichen Bedeutung festgelegt werden.