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Graf Maya · Ständerat · 2026-06-09

Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2026-06-09

Wortprotokoll

Mit der Motion 26.3175, "Stärkung der Direktvermarktung und kurzen Vertriebswege in die AP 2030 plus aufnehmen", möchte ich den Bundesrat beauftragen, die Weiterentwicklung der Direktvermarktung und der Vermarktung über kurze Vertriebswege in die AP 2030 aufzunehmen und die bestehenden Instrumente an neue Konsumtrends anzupassen. Warum?

Mit dem Postulat 21.3015 wurde damals der Bundesrat beauftragt, den Bericht zur zukünftigen Ausrichtung der Agrarpolitik um den Aspekt der Förderung und Unterstützung von Direktverkauf und kurzen Vertriebswegen zu ergänzen. In seinem Bericht misst denn auch der Bundesrat diesen alternativen Absatzmöglichkeiten grosse Bedeutung bei, da die Landwirtschaft damit ihren Absatz diversifizieren und zusätzliche Wertschöpfung generieren kann. Bei kurzen Vertriebswegen gelangen regionale Lebensmittel auch möglichst direkt von den Produzentinnen und Produzenten zu den Konsumentinnen und Konsumenten, auch über kleine Verarbeitungsfirmen vor Ort.

Im Februar 2026 hat der Bundesrat nun mit seinem Aussprachepapier die Eckwerte für die künftige Agrarpolitik 2030 vorgestellt. Die Themen "Direktverkauf" und "Kurze Vertriebswege" werden darin jedoch leider nicht erwähnt. Gleichzeitig haben sich aber die Absatzbedingungen für die Direktvermarktung verschlechtert. Seit der Covid-19-Pandemie sind leider die Absatzzahlen wieder deutlich zurückgegangen. Die Botschaft zur AP 2030 soll darum dieser neuen Entwicklung gerecht werden und die Direktvermarktung sowie den Absatz über kurze Vertriebswege in die künftige Agrarpolitik integrieren. Das ist sehr wichtig, denn die Bauernfamilien sind zunehmend auf Diversifizierung und neue Wege angewiesen, um ihre Produkte möglichst direkt abzusetzen und so auch weniger von den hochkonzentrierten klassischen Absatzkanälen abhängig zu sein.

Das heutige Instrumentarium des Bundes für den lokalen und regionalen Absatz ist weiterzuentwickeln, damit das Potenzial neuer Konsumtrends und Absatzformen ausgeschöpft werden kann. In einem nachhaltigen Ernährungssystem spielt die lokale und regionale Vermarktung eine zunehmend wichtige Rolle, und das soll damit unterstützt werden.

Daher freue ich mich und begrüsse es sehr, dass der Bundesrat bereit ist, die Motion anzunehmen und Vorschläge für weitere Fördermassnahmen für den Direktverkauf und für eine regionale Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten in die Agrarpolitik 2030 aufzunehmen.