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Waber Christian · Nationalrat · 2003-12-03

Waber Christian · Nationalrat · Bern · EVP/EDU Fraktion · 2003-12-03

Wortprotokoll

Es ist unbestritten, dass auch ein gleichgeschlechtliches Paar den Kindern Liebe und Zuneigung zukommen lassen kann; das bestreitet ganz sicher niemand. Was aber nicht vermittelt werden kann, ist die Vielfältigkeit, die Andersartigkeit von Mann und Frau in ihrem schöpfungsbedingten Dasein. Das sind arme Kinder, die sich nur an einer Person, an einem Geschlecht, orientieren müssen oder können.

Ich hatte gestern eine Nachricht von einer lesbischen Frau, die mir vorwirft, ich sei biologisch nicht ganz auf der Höhe, denn die Männer seien Auslaufmodelle, es brauche sie gar nicht mehr, um ein Kind zu zeugen - dazu diene die Tiefkühltruhe oder ein so genannter Seitensprung. Ich bin sehr wohl biologisch sehr gut auf der Höhe! Ich bin immerhin Vater von vier Kindern und seit 32 Jahren heterosexuell sehr glücklich verheiratet, mit allen Zutaten. Wir Männer sind keine Auslaufmodelle, und ich wehre mich hier ganz klar dagegen, dass man uns so behandelt und so tut, als ob wir eben nicht mehr gebraucht würden und als ob die Kinder sehr gut bei Frauen aufwachsen könnten.

Wir haben gestern von Herrn Janiak gehört: Wenn wir hier die Adoption ablehnen, wird die Diskriminierung genau gleich Bestand haben. Das heisst, Sie können mit Sicherheit - da bin ich kein Prophet - sehen, dass innerhalb sehr kurzer Zeit diese Diskriminierung gestützt auf die Bundesverfassung wieder angezweifelt wird und die Adoption früher oder später ganz sicher in diesem Gesetz festgeschrieben wird. Für uns spielt es an sich keine Rolle, ob Sie jetzt der Mehrheit oder der Minderheit Menétrey-Savary zustimmen, denn diese Diskriminierung wird auf alle Fälle wieder aufs Tapet kommen. Das Ziel ist ganz klar: Man will die gleichgeschlechtliche Ehe gleichstellen mit der heterosexuellen Ehe. [PAGE 1825] Das ist das Ziel, und dieses wird auch erreicht; ich bin mir der Mehrheitsverhältnisse in diesem Parlament vollkommen bewusst. Aber wir werden dann noch sehen, wie sich das alles entwickelt.

Ich möchte Sie deshalb ganz klar bitten, dem Bundesrat zuzustimmen.