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Cavalli Franco · Nationalrat · 2003-12-17

Cavalli Franco · Nationalrat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion · 2003-12-17

Wortprotokoll

Mit meinem Eventualantrag will ich Folgendes erreichen: Meiner Meinung nach ist die Diskussion, ob wir für die Xenotransplantation von tierischen Organen und Geweben für die nächsten zehn Jahre ein Moratorium beschliessen sollen, interessant, aber zum Teil pleonastisch. Denn aufgrund des heutigen Standes der Wissenschaft und der Prognosen - soweit man Prognosen anstellen kann, aber auf diesem Gebiet sind Prognosen meistens etwas leichter zu stellen als beim Wetter - wird es während der nächsten zehn Jahre keine Möglichkeit geben, mit Organen und Geweben Xenotransplantationen vorzunehmen, ganz einfach, weil die immunologischen Probleme nicht zu lösen sind und weil vor allem auch die Sicherheitsprobleme bei möglichen Infektionen durch unbekannte Organismen momentan nicht lösbar scheinen.

Auf der anderen Seite arbeitet man bereits jetzt mit xenogenen Zellen, die man auch gentechnisch behandeln und verändern kann. Bei den Zellen ist es viel leichter, die immunologischen Probleme zu kontrollieren. Auch die Sicherheitsprobleme kann man gentechnisch relativ leicht abändern. Das ist eine ganz andere Situation als bei Organen und Geweben; dies ist in den nächsten Jahren vorstellbar. Es gibt auch in der Schweiz schon eine oder zwei Gruppen, die daran arbeiten. Es ist auch vorstellbar, dass es innerhalb der nächsten zehn Jahre möglich wird, Zellen einzusetzen, weil, wie gesagt, hier die immunologischen Probleme und die Sicherheitsprobleme viel kleiner und vor allem zu bewältigen sind, meistens auch dank Gentechnologie.

In diesem Sinne möchte ich die beiden Dinge trennen, weil mir das möglich scheint. Das andere ist von mir aus gesehen ein bisschen eine theoretische Diskussion.