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Leumann-Würsch Helen · Ständerat · 2003-12-16

Leumann-Würsch Helen · Ständerat · Luzern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2003-12-16

Wortprotokoll

Das Verkehrshaus ist das wichtigste, das grösste und mit rund 450 000 Besuchern auch das besucherstärkste Museum im Bereich der schweizerischen Technikgeschichte. Dieses privat getragene - das Verkehrshaus erwirtschaftet etwa 90 Prozent seiner Mittel selbst - und mit öffentlichen Beiträgen unterstützte Museum hat für die Region Zentralschweiz und vor allem auch für unseren Kanton Luzern einen enorm grossen kulturellen und wirtschaftlichen Stellenwert. Dabei ist das Verkehrshaus in zwei wichtige Zweige zu unterteilen: Einerseits ist es das Museum für Mobilität, d. h. Strassenverkehr, Schienenverkehr, Wasser-, Luft- und Raumfahrt; andererseits beherbergt das Verkehrshaus aber auch das Imax-Kino, es ist Standort des einzigen Grossplanetariums der Schweiz sowie des Hans-Erni-Hauses, und es ist gleichzeitig auch Plattform für Veranstaltungen und Tagungen und unterhält entsprechend auch verschiedene Restaurants.

Eröffnet 1959 gelang es dem Verkehrshaus bis in die Neunzigerjahre, sich selbst zu finanzieren. Aufgrund immer grösserer Freizeitangebote - und auch immer attraktiverer Freizeitangebote - musste aber auch das Verkehrshaus in den Neunzigerjahren den Staat um Hilfe angehen, denn die Besucherzahlen gingen kontinuierlich zurück. Seither wird das Verkehrshaus sowohl von der Stadt wie vom Kanton Luzern unterstützt, neben den Subventionen, die vom Bund kommen.

Heute zeigt es sich, dass auch baulicher Handlungsbedarf besteht. So wurde zwar die Verkehrsthematik immer à jour gebracht - das war ja auch das Wichtigste -, hingegen wurden entsprechend andere Neuerungen vernachlässigt, weil immer noch ein erheblicher Abschreibungsbedarf besteht. Unterhalt, Reparaturen und Ersatzgebäude wurden hinausgeschoben, das heisst, die Energiewerte sind unverantwortlich, das Verkehrshaus ist nicht rollstuhlgängig, es hat eine veraltete Klimatechnik, und die Ausstellungsflächen sind alles andere als optimal. Mit anderen Worten: Der Zahn der Zeit nagt leider auch am Verkehrshaus.

Die vorliegende Botschaft betrifft nur die Unterstützung für das Verkehrshaus, nicht aber jene für die Sanierungen. Hier sucht das Verkehrshaus nach anderen Finanzierungsquellen, und es ist hier auf einem guten Weg. Alleiniger Träger des Verkehrshauses ist heute der Verein Verkehrshaus der Schweiz mit über 250 000 Mitgliedern. Der Bund als wichtigster Beitragszahler verlangt denn auch vom Verkehrshaus als Voraussetzung für künftige Beitragsleistungen Kostentransparenz zwischen dem musealen Kernbereich und den museumsverwandten kommerziellen Aktivitäten sowie dem Erhalt und der Sicherung von Sammlung und Archiv.

An der letzten Mitgliederversammlung im Juni wurde dies in die Statuten des Trägervereins eingebracht, und die Statuten wurden total revidiert. Der Vorstand ist von maximal 60 auf 5 bis 7 Mitglieder reduziert und an einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung im November gewählt worden. Ich kann hier auch meine Interessenbindung offen legen: Ich wurde zum Mitglied dieses Vorstandes gewählt. Inskünftig wird der Verein die kommerziellen Betriebe führen - zurzeit sind dies der Gastrobereich, Imax, Hiflyer und die Shops - und den erwirtschafteten Reingewinn für das Museum bereithalten. Gleichzeitig wird der Verein als Betriebsgesellschaft auch das Museum für die Stiftung betreiben.

Damit habe ich bereits gesagt, dass auch eine Stiftung errichtet wird, welche für die museale Tätigkeit verantwortlich ist. Dies war auch eine Bedingung des Bundes, die erfüllt sein muss, damit Beiträge gesprochen werden können. Die Gründung dieser Stiftung wird im März 2004 stattfinden.

Was nun die Motion Widmer Hans 02.3068 betrifft, so bin ich mit der Umwandlung in ein Postulat beider Räte einverstanden. Ob das Verkehrshaus in eine Stiftung Landesmuseum eingebracht wird oder ob diese Verankerung im Kulturförderungsgesetz zu geschehen hat, werden wir bei der Diskussion um die Stiftung Landesmuseum sehen. Wichtig ist für das Verkehrshaus, dass es als nationales Museum gesetzlich verankert wird, damit die Finanzierung und Anerkennung durch den Bund längerfristig gesichert sind und damit nicht alle vier Jahre ein Sondergesetz nötig wird. Das Verkehrshaus will denn auch nicht eine Abteilung des Landesmuseums werden, sondern es will juristisch selbstständig bleiben, zugleich aber eine stärkere Anbindung durch einen Leistungsvertrag, der gesetzlich abgestützt ist.

Ich bin für Eintreten und Zustimmung zur Vorlage, und ich danke im Namen aller Besucherinnen und Besucher des Luzerner Verkehrshauses, wenn Sie uns weiterhin unterstützen.