Leuenberger Moritz · Bundesrat · 2004-06-14
Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2004-06-14
Wortprotokoll
Rückblickend kann man wohl sagen, dass der Kaufpreis für Debitel im Jahre 1999 zu hoch war und dass die Synergien im Zusammenhang mit dem UMTS-Geschäft nicht genutzt werden konnten. Die Mobilfunkmärkte in Europa haben sich anders entwickelt, als vom Management von Swisscom eingeschätzt worden war. Der Kauf von Debitel erfolgte in der Boomzeit der New Economy, wo ganz allgemein überhöhte Summen für Unternehmenskäufe und Mobilfunklizenzen ausgegeben wurden. Swisscom hat jedoch in diesem Zusammenhang, das muss ich auch sagen, weniger Fehler gemacht als ihre Konkurrenten. Deshalb steht sie heute finanziell klar besser da als manche Wettbewerber. Swisscom konnte auch vom damaligen Umfeld profitieren. So veräusserte sie Beteiligungen zu hohen Preisen: 25 Prozent von Swisscom Mobile an Vodafone, Cablecom. Swisscom steht heute im internationalen Vergleich gut da. Für den Bund hat sich die Beteiligung an Swisscom trotz der Verluste mit Debitel bisher als sehr rentabel erwiesen. Bei der Entlöhnung des Managements verfolgt Swisscom eine verantwortungsvolle Politik mit Augenmass. Die Löhne orientieren sich sowohl am Markt als auch an der individuellen Leistung und der Erreichung der persönlichen Ziele. Für den Bundesrat - der Bund ist der Hauptaktionär - besteht kein weiterer Handlungsbedarf.