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Rutschmann Hans · Nationalrat · 2004-09-28

Rutschmann Hans · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2004-09-28

Wortprotokoll

Die Fachhochschulen und deren Absolventen geniessen in der Wirtschaft einen sehr guten Ruf. Die Absolventen leisten an ihren Arbeitsplätzen wertvolle Arbeit und sind auf dem Arbeitsmarkt heute auch gesuchte Leute. Ziel der vorliegenden Gesetzesrevision muss es deshalb sein, die Attraktivität und das heutige hohe Ansehen der Fachhochschulen zu erhalten und nur dort punktuelle Änderungen vorzunehmen, wo sich die Rahmenbedingungen verändert haben. Die Absolventinnen und Absolventen einer Fachhochschule müssen auch weiterhin gesuchte Leute bleiben.

Für uns ist es bei dieser Revision ein zentrales Anliegen, dass das duale System, die Kombination von praktischer und schulischer Bildung, erhalten bleibt. Der überwiegende Teil unserer jungen Leute absolviert eine Berufslehre. Für diese jungen Frauen und Männer ist es wichtig, dass sie bezüglich Weiterbildung über eine attraktive Perspektive verfügen. Für die Absolventen einer Berufslehre sind die Berufsmaturität und die Fachhochschule die wichtigste Weiterbildungsmöglichkeit. Dieser Ausbildungsgang muss auch mit dieser Revision weiterhin gewährleistet bleiben.

Dafür sind vor allem die Zulassungskriterien von grosser Bedeutung. Wenn wir das duale System auch in Zukunft erhalten wollen, muss die praktische Vorbildung weiterhin zwingend eine Voraussetzung bleiben. Mit einer praktisch ungehinderten Zulassung von Maturanden - mit einem Alibipraktikum während des Studiums -, wie es der Ständerat und die Kommissionsminderheit fordern, rüttelt man an den Grundfesten der bisher erfolgreichen Fachhochschulausbildung. Das Ausbildungsschwergewicht würde sich auf die schulische Ausbildung verlagern. Absolventen einer Berufslehre würden benachteiligt, und die Fachhochschulen würden zu einer Art Zweitklassuniversität. Damit würden die Fachhochschulen ihre Stärke einbüssen. Das kann und darf nicht der Sinn der heutigen Revision sein.

Sodann hat man heute gelegentlich etwas den Eindruck von einer Inflation bei den Hochschulen, speziell bei den Fachhochschulen. Mit der Integration der GSK-Bereiche werden tatsächlich nochmals neue, zusätzliche Lehrgänge angeboten. Es entstehen weitere Fachhochschulen, das Netz wird tatsächlich noch dichter.

Für uns ist es jetzt auch wichtig, dass auch bei den neuen Fachrichtungen der hohe Ausbildungsstandard gewährleistet wird. Ein Abbau der Qualität wäre für alle Fachrichtungen, auch für die traditionellen, kontraproduktiv.

Die Gesetzesrevision hat natürlich auch eine Kehrseite: Das sind die zusätzlichen Kosten. Selbstverständlich stellt sich für uns die Frage, ob wir uns diese Revision in der heutigen Zeit der knappen finanziellen Mittel überhaupt leisten können. Die Kosten können jedoch durch die hauptsächlichsten Träger der Fachhochschulen, die Kantone, massgeblich beeinflusst werden. Sie haben es beispielsweise in der Hand, das Angebot im Master-Bereich zu steuern. Nicht jeder Fachhochschulabsolvent muss ein Master-Diplom anstreben, und nicht jede Fachhochschule muss einen Master-Lehrgang anbieten können. Hier müssen und können auch Schwerpunkte gebildet werden.

Trotz der Kosten ist die Vorlage für uns notwendig, um die Fachhochschulen den veränderten Bedürfnissen anzupassen. Zu einzelnen Punkten haben wir aber für die Detailberatung Minderheitsanträge gestellt.