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Gysin Hans Rudolf · Nationalrat · 2004-09-29

Gysin Hans Rudolf · Nationalrat · Basel-Landschaft · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2004-09-29

Wortprotokoll

Die Minderheit III empfiehlt Ihnen, dem Ständerat zu folgen.

Der Tourismus in der Schweiz generiert rund 30 Milliarden Franken pro Jahr und zählt somit zu einer der wichtigsten Branchen überhaupt. Ganze Gebiete der Schweiz sind vom Tourismus abhängig: das Wallis, der Tessin, das Bündnerland - um nur die wichtigsten zu nennen. In diesen Regionen ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige, welcher rund 170 000 Vollzeitstellen anbietet, wobei noch zahlreiche weitere Arbeitsplätze in den Bereichen Detailhandel, Transport usw. dazukommen.

Schweiz Tourismus hilft als nationale Marketingorganisation aktiv mit, unser touristisches Angebot im Inland zu verbessern und vor allem aber im Ausland bekannt zu machen. Die Bekanntmachung im Ausland ist bitter nötig. Früher hat es vielleicht noch genügt, auf den Winter in der Schweiz hinzuweisen, und die Gäste kamen in Scharen; wie Sie wissen, ist das heute nicht mehr der Fall. Über 190 Länder weltweit haben den Tourismus zur strategischen Branche erklärt, und von diesen 190 unterhalten 176 ein nationales Dachmarketing. Anhand dieser Zahlen können Sie erahnen, wie gross die Konkurrenz zwischen diesen Ländern ist. Heute, im Zeitalter von Easy Jet, heisst die Strategie im Tourismus sehr oft, billiger zu sein. Die Schweiz als Hochpreisland kann in diesem Wettbewerb nicht mithalten. Für die Schweiz muss die Strategie darum lauten, besser zu sein. Gerade auf diesem Gebiet leistet Schweiz Tourismus wertvolle Arbeit, indem Betrieben geholfen wird, Qualitätsprogramme einzuführen und damit die Produkte- und die Servicequalität zu steigern. Die Reisegewohnheiten haben sich in den letzten Jahren verändert, die Welt ist kleiner geworden.

Heute ist der Ferne Osten ein attraktiver Tourismuspartner. Dort gilt es, rechtzeitig Akzente zu setzen. Es ist wichtig, dass sich die Schweiz Marktanteile in den Wachstumsmärkten wie z. B. China und Indien sichert. Damit dies gelingt, muss Schweiz Tourismus in diesen Ländern mit einem aufwendigen Marketing vor Ort aktiv sein können.

Es herrscht übrigens weitgehend Einigkeit darüber, dass Schweiz Tourismus weiterhin unterstützt werden soll. Bekanntlich gibt aber die Höhe des Kredites zu diskutieren. [PAGE 1468] Schweiz Tourismus beantragte ursprünglich 277 Millionen Franken. Der Bundesrat hat diesen Betrag auf 200 Millionen herunterkorrigiert. Der Ständerat beschloss, im Sinne eines vernünftigen Kompromisses die Kredithöhe auf 230 Millionen Franken zu setzen. Dies entspricht dem, was Schweiz Tourismus bisher zur Verfügung hatte. Innerhalb unserer vorberatenden Kommission herrschte grosse Uneinigkeit in Bezug auf die Kredithöhe. Von Finanzpolitikern kamen sehr wohl berechtigte Argumente gegen den hohen Förderungsbetrag. Diese Argumente sind nicht unbedingt von der Hand zu weisen, aber die Finanzhilfe an den Tourismus ist keine Subvention: Die Finanzhilfe ist eine unerlässliche Investition in die Zukunft.

Die Minderheit III ist der Meinung, dass der Tourismus eine Wachstumsbranche ist, in welcher heute, jetzt investiert werden muss und nicht erst, wenn die Märkte bereits gesättigt sind. Eine effektive Bearbeitung durch Schweiz Tourismus in den vielversprechenden Zielmärkten ist daher dringlich. Der Schweizer Tourismus braucht eine starke Marketingagentur, und Schweiz Tourismus hat diese starke Marketingagentur in den letzten Jahren - das wurde hier auch belegt - durchaus verkörpert. Damit sie ihren Auftrag weiterhin effektiv durchführen kann, braucht es das spezielle, weil teure Produkt Schweiz, aber es braucht dafür auch die entsprechenden Mittel. Wenn wir unserer Tourismusförderung nun den Zahn ziehen, werden wir das zwar nicht unmittelbar, aber in einigen Jahren in aller Härte zu spüren bekommen.

Ich bitte Sie deshalb dringend, bei dieser speziellen Ausgangslage wenigstens das zu bewilligen, was Schweiz Tourismus bis jetzt auch hatte, nämlich diese 230 Millionen Franken, wie sie die Minderheit III beantragt.