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Bruderer Pascale · Nationalrat · 2004-09-29

Bruderer Pascale · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2004-09-29

Wortprotokoll

Den Einzelantrag, der Ihnen vorliegt, stelle ich, um etwas in Erinnerung zu rufen, nämlich den Erfolg der schweizerisch-österreichischen Kandidatur für die Euro 2008. Der Zuschlag, den wir am 12. Dezember 2002 vom Uefa-Exekutivkomitee erhielten, gab in unserem Land den Startschuss für ein Grossereignis der wirklich ausserordentlichen Art, welches für den Tourismusstandort Schweiz sehr wohl grosse Bedeutung haben wird.

Fussball-Europameisterschaften übertreffen in ihrer Wirkung und in ihrer internationalen Ausstrahlung so manchen Anlass. Als bedeutender eingestuft werden nur gerade die Fussball-Weltmeisterschaften und die Olympischen Sommerspiele. Das Jahr 2008 ist darum nicht nur als sportlicher und gesellschaftlicher Höhepunkt zu werten, sondern es wird in unserem Land darüber hinaus auch eine wohl einmalige Plattform bieten, auf der wir uns mit enormer Reichweite als Tourismusstandort präsentieren können, als freundlicher Gastgeber, als landschaftlich und kulturell faszinierendes Land. Es ist eine hochwillkommene Plattform für den Sport in unserem Land, aber auch für den Tourismus.

Die vergangenen Events, wie z. B. die Euro 2004 in Portugal, haben wir alle ja noch in bester Erinnerung. Sie haben uns gezeigt: Der Erfolg kommt logischerweise nicht von alleine, im Gegenteil. Wir sind nun, da wir den Zuschlag erhalten haben, alle erst recht gefordert. Bund, Kantone, die Austragungsorte, die Medien und last, but not least auch der Schweizerische Fussballverband müssen noch viel leisten, um diese Plattform auch wirklich nützen und umsetzen zu können. Die verschiedenen Players sind sich dessen bewusst, und sie sind sich einig: Dafür wird eine gut vorbereitete und gut koordinierte Kampagne nötig sein, natürlich auch in Abstimmung mit der Kampagne in unserem Nachbarland Österreich, dessen Gastfreundschaft ja fast als ebenso stark und überzeugend gilt wie dessen Skifahrer.

Mit meinem Antrag - Sie sehen es - fordere ich eine Beteiligung seitens Schweiz Tourismus an dieser Kampagne. Ich stelle diesen Antrag ganz bewusst im Rahmen dieser Finanzierungsvorlage, hängt doch das Engagement direkt mit dem Leistungsauftrag und den dafür benötigten finanziellen Mitteln zusammen. Schweiz Tourismus erhält vom Bund finanzielle Unterstützung im Sinne der Tourismusförderung; das unterstütze ich voll und ganz. Da darf, ja da muss doch erwartet werden, dass sich Schweiz Tourismus an den Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Durchführung der Euro 2008 beteiligt - im ureigenen Interesse natürlich - und damit den Bund in seinem Engagement zu einem bestimmten Teil entlastet. Ich habe grosse Hoffnungen und guten Grund zur Annahme, dass sich Schweiz Tourismus dieser Aufgabe engagiert, professionell und in guter Zusammenarbeit mit anderen Stellen annehmen wird. Die Euro 2008 ist vor anderthalb Jahren zu uns gekommen, und jetzt gilt es unsererseits, ihr entgegenzugehen, nach den eher schwierigen vergangenen Monaten "good news" zu schaffen und gemeinsam auf das grosse Fest aufmerksam zu machen, das uns in knapp vier Jahren erwartet. Es ist ein Fest, das unsere Bevölkerung begeistern wird, das aber auch viele Europäerinnen und Europäer anziehen wird. Denen haben wir in unserem Land doch etwas zu bieten.

Ich danke dem Bundesrat für die Sympathie gegenüber meinem Antrag und bitte Sie alle, ihm parteiübergreifend im Sinne des Sports, im Sinne des Tourismus in diesem Land zuzustimmen.