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Widmer Hans · Nationalrat · 2004-12-01

Widmer Hans · Nationalrat · Luzern · Sozialdemokratische Fraktion · 2004-12-01

Wortprotokoll

Im Namen der SVP - Entschuldigung, der SP-Fraktion (Heiterkeit, Beifall) - so leicht kommt man in diesem populistisch gestimmten Land zu einem Applaus, danke vielmals! Im Namen der SP-Fraktion, damit es eineindeutig ist, bitte ich Sie, den Antrag der Minderheit Pfister Theophil abzulehnen und dem Entwurf des Bundesrates zuzustimmen.

Vom bereits bescheidenen für die Akademien vorgesehenen Beitrag, es sind ja nicht ganz 25,5 Millionen Franken, sollen nun 1,5 Millionen Franken weggespart werden. Das scheint auf den ersten Blick wenig zu sein, aber die Gefahr ist gross, dass die Akademien dadurch in ihrer wichtigen Tätigkeit massiv eingeschränkt werden. Zudem wird die kritische Masse dieser kleinen Institutionen - das habe ich gestern schon dem Herrn Bundesrat gesagt - langsam, aber sicher erreicht. In dieser Frage ist ja der Bundesrat mit uns einverstanden.

Das Tun der Akademien ist in unserer vielgestaltigen Bildungs- und Forschungslandschaft von beachtlicher Bedeutung. Die vier wissenschaftlichen Akademien der Schweiz erfüllen nämlich eine zentrale Scharnierfunktion zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, und dies auf hohem Niveau. Mit ihren nationalen und regionalen Gesellschaften sind sie in der ganzen Schweiz präsent und nicht nur dort, wo die ETH und die Universitäten stehen, sondern auch in anderen Regionen. Ich denke an die einzelnen wissenschaftlichen Akademien, an die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, an die Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften usw.; ich denke auch an die Veranstaltungen, die von diesen Sektionen dann jeweils durchgeführt werden. Sie sind im Übrigen fächer- und universitätsübergreifend tätig. Sie verfügen über ein breit abgestütztes Expertennetzwerk, welches jederzeit auch von der Politik konsultiert werden kann, übrigens gratis.

Innerhalb der Akademien werden zudem auch Ideen für neue Forschungsprogramme entwickelt, dazu könnte man viele Beispiele aufzählen. Die Akademien betreuen des Weiteren langfristige Projekte von grosser nationaler Bedeutung. Ich weise noch auf andere Projekte hin: Sie betreuen z. B. das Gletschermesswerk - das ist eine ganz wichtige Sache, [PAGE 1833] die uns und der ganzen Bevölkerung bewusst macht, wie es im Alpenraum um den Rückzug aller Gletscher steht -, sie betreuen die Nationalparks, die Forschungskommission und auch die diplomatischen Dokumente der Schweiz, in denen Sie bis ins Detail nachschauen können, welche Verhandlungen geführt worden sind.

Das sage ich der SVP-Fraktion besonders warmherzig: Denken Sie an ein Inventar der Bauernhäuser, und gefährden Sie doch solche Dinge nicht durch unsinniges Sparen am falschen Ort! Sehr wichtig ist der Sachverhalt, dass in diesen Projekten viele Nachwuchsleute beschäftigt werden. Die Leistungen sind kostengünstig; ich habe es angedeutet. Mit jedem Subventionsfranken wird mindestens 1 Franken auf einer anderen Ebene und aus privaten Mitteln generiert. Viele der Leistungen werden im Milizsystem von Freiwilligen erbracht, die ihr Wissen zur Verfügung stellen. Wollte man diese Leistungen monetarisieren, in Geld, in klingende Münze, umsetzen, würden sie die Bundessubventionen um ein Mehrfaches übersteigen. Es kann nicht angehen, dass nun am falschen Ort gespart wird.

Ich bitte Sie, dem Antrag des Bundesrates, der von der SP-Fraktion mitgetragen wird, zuzustimmen.