Eymann Christoph · Nationalrat · 2000-06-15
Eymann Christoph · Nationalrat · Basel-Stadt · Liberale Fraktion · 2000-06-15
Wortprotokoll
Bei meinem Vorstoss handelt es sich um ein wirtschaftliches und ein ökologisches Anliegen. Er soll ein Beitrag zur Korrektur fehlender Nachhaltigkeit sein, mit positiven Auswirkungen auf die schweizerische Holzwirtschaft.
Es ist eine Tatsache, dass heute sehr viele Urwälder, Primärwälder, gefährdet sind. Schäden für die eingeborenen Völker, für das Klima, irreparable Folgen resultieren aus der heutigen Holzwirtschaft, vor allem in tropischen Gebieten. Tausendjährige Bäume werden gefällt - es ist klar, dass so zusammengesetzte Urwälder nie wieder entstehen können. Die Nachhaltigkeit in der Wald- und Forstwirtschaft fehlt in den geschilderten Fällen.
Als Konsumentinnen und Konsumenten wollen wir Transparenz. Wir wollen wissen, woher Fleisch, Lebensmittel oder andere Produkte stammen. Wir haben in der Landwirtschaft in jüngster Zeit eine Tendenz, die ich sehr begrüsse: nämlich dass landwirtschaftliche Produkte deklariert sein sollen. Das schafft Transparenz.
Weil es heute, als Folge der Globalisierung, viel leichter möglich ist, ein sehr breites Angebot von Produkten zu erhalten, steigt das Bedürfnis nach Information: Wir wollen wissen, woher Waren und Produkte kommen und wie sie gewonnen worden sind.
Das kann nur mit einer klaren Deklaration erreicht werden. Auf freiwilliger Basis ist diese Deklaration in den letzten Jahren nicht vollständig gelungen. Es gibt zwar Firmen, die sich vorbildlich verhalten und freiwillig deklarieren, woher Holz und Holzprodukte kommen. Es gibt aber auch Firmen, die sich darum foutieren. Deshalb drängt sich nach meinem Dafürhalten eine Deklarationspflicht auf.
Eine Deklarationspflicht muss selbstverständlich nichtdiskriminierend umgesetzt werden. Dass dies möglich ist, zeigt auch das Beispiel der Fleischdeklaration. Wenn es eine Folge der Deklarationspflicht ist, dass die schweizerische Holzwirtschaft profitiert, welche sich seit Jahrzehnten nachhaltig verhält, ist dagegen nichts einzuwenden.
Es ist unbestritten, dass der Bund wertvolle Beiträge leistet, um den tropischen Wald zu schützen. Die Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte zusätzlich zu diesen Anstrengungen würde die Sensibilisierung für Nachhaltigkeit weiter erhöhen und den Kundinnen und Kunden die Wahl für ein Produkt erleichtern, das in jeder Hinsicht unbedenklich ist.
Die Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte hat eine lange Geschichte. Es gab vonseiten der CVP, von Rosemarie Simmen und Hugo Wick, schon vor Jahren ähnliche Vorstösse. Damals hiess es, die Branche brauche noch Zeit, um die Angelegenheit selbst zu regeln. Heute sehen wir, dass das nicht vollständig der Fall ist.
Ich bitte Sie, diese Motion zu überweisen.