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Stadler Hansruedi · Ständerat · 2004-12-13

Stadler Hansruedi · Ständerat · Uri · Christlichdemokratische Fraktion · 2004-12-13

Wortprotokoll

Ich ersuche Sie, dem Antrag der Minderheit zuzustimmen. Er entspricht dem Entwurf des Bundesrates und dem erneuten Beschluss des Nationalrates. Eine einlässliche Begründung habe ich Ihnen vor einer Woche dargelegt. Ich kann mich heute kurz halten.

1. Wir haben einmal den Fachhochschulen ein ganz spezielles Profil verpasst. Das Stichwort heisst hier: gleichwertig, aber nicht gleich.

2. Das Ausbildungsprogramm der Fachhochschulen basiert deshalb richtigerweise auf den Berufserfahrungen, welche die Studentinnen und Studenten zu Beginn in die Ausbildung mitbringen.

3. Es war auch nie vorgesehen, dass die Fachhochschulen zu einer Art Überlaufbecken für die gymnasialen Maturanden werden sollen. Hier besteht aufgrund der angezogenen Schrauben bei den Universitäten und bei den ETH eine latente Gefahr.

4. Mit den Praktikumsplätzen übernimmt natürlich die Wirtschaft eine wichtige Mitverantwortung. Sie ist dazu auch bereit. Aber auch die Fachhochschulen tragen eine Verantwortung. Das Thema Praktikumsplätze gehört für mich zu einer institutionellen Zusammenarbeit zwischen den Fachhochschulen und der Wirtschaft. Hier gibt es Lösungen; wir brauchen gute Praktikumsplätze. Dabei sind meines Erachtens [PAGE 856] auch die wertvollen Erfahrungen der Berufsausbildungsverbände einzubeziehen.

5. Schlussendlich will ich ganz bewusst die Berufsmaturanden und die gymnasialen Maturanden gleichstellen. Die Durchlässigkeit ist ja gewährleistet. Den gymnasialen Maturanden steht ja der prüfungsfreie Zugang zu den Fachhochschulen offen. Aber ich denke, dass es richtig ist, wenn die Voraussetzung des Berufspraktikums zu Studienbeginn erfüllt sein muss. Auch der Berufsmaturand hat an den Universitäten vor Studienbeginn eine Ergänzungsprüfung abzulegen. Will man nun die Berufsmaturanden einfach wieder schlechter stellen? Wenn ja, dann müssen wir aufhören mit der ständigen Beteuerung, wir wollten die Attraktivität der Berufslehre steigern.

Ich ersuche Sie, diese letzte Differenz zum Nationalrat zu bereinigen und dem Minderheitsantrag zuzustimmen. Die nationalrätliche Kommission hat in diesem Punkt mit einem Stimmenverhältnis von 20 zu 2 festgehalten.