Hochreutener Norbert · Nationalrat · 2005-03-02
Hochreutener Norbert · Nationalrat · Bern · Christlichdemokratische Fraktion · 2005-03-02
Wortprotokoll
Ich bin genau deshalb ans Rednerpult gekommen, weil es jetzt um die KMU geht, und bitte Sie, den Antrag der Minderheit abzulehnen.
Bei diesem Artikel geht es um die Frage, ob und wie das Mitwirken der Revisionsstelle bei der Buchführung möglich ist. Wir behandelten diese Frage vorhin schon, aber dabei ging es um die ordentliche Revision, und hier geht es um die ausserordentliche Revision. Diese betrifft eben vor allem kleine und mittlere Unternehmen; es geht also nicht um die grossen Unternehmen.
Was wir hier festlegen, ist schon heute bei vielen KMU die Praxis. Die Revisionsstelle wirkt bei der Buchhaltung mit; nehmen Sie zum Beispiel den Bäckermeister, der keinen eigenen Buchhalter hat, sondern die Belege sammelt und die Buchungen, wenn es etwas komplizierter wird, dem Treuhänder überlässt.
Der Antrag der Minderheit würde so etwas verhindern. In der Praxis würde das zu deutlichen Kostensteigerungen für kleine und mittlere Unternehmen führen, wenn Buchhalter und Treuhänder "klinisch" getrennt und völlig unabhängig voneinander wirken müssten.
Damit die Unabhängigkeit der Revisionsstelle gewährleistet ist, hat die Mehrheit schon eine Schranke eingebaut: Was wir heute vorschlagen, ist, wie gesagt, das, was wir in der Praxis schon haben. Es geht der Mehrheit also lediglich um eine Fortführung dieser Praxis, um das Zusammenwirken dieser beiden Akteure innerhalb von klaren Grenzen. Das muss doch weiterhin möglich sein. Die Grenze besteht darin, dass sichergestellt wird, dass es nicht zur Überprüfung eigener Arbeiten kommt. Deshalb lautet in der Fassung der Mehrheit der zweite Satz: "Sofern das Risiko der Überprüfung eigener Arbeiten entsteht, muss durch geeignete organisatorische und personelle Massnahmen eine verlässliche Prüfung sichergestellt werden." Es wird also nicht die gleiche Person in beiden Fällen aktiv. Diese Grenze sollte doch genügen.
Ich bitte Sie, im Sinne einer auch für KMU praktikablen Lösung der Mehrheit zuzustimmen.