Bührer Gerold · Nationalrat · 2005-03-02
Bührer Gerold · Nationalrat · Schaffhausen · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2005-03-02
Wortprotokoll
Ich glaube, wir sollten uns bezüglich des Antrags der Minderheit Leutenegger Oberholzer, losgelöst von der politischen Position, die man hier einnehmen kann, ganz schlicht die Frage stellen: Bringt dieser Antrag etwas bezüglich des Schutzes des Aktionärs, bringt er etwas bezüglich Transparenz? Da muss man nüchtern feststellen: Nein! Deswegen braucht es diesen Minderheitsantrag nicht.
1. Wir haben klar gesagt, es brauche die Einzeloffenlegung bei den Verwaltungsräten, weil diese vom Aktionär gewählt werden und weil diese die Entschädigung ja für sich selbst festlegen. Das ist unbestritten.
2. Es ist aber so, dass sie die Entschädigung der Geschäftsleitung offen legen müssen - im Total und die höchste Entschädigung. Ich glaube, man ist auch auf linker und auf grüner Seite mathematisch genügend entwickelt, um auszurechnen, wie viel die Übrigen dann im Durchschnitt verdienen.
3. Für die Aktionäre ist ja entscheidend, dass die Lohnsumme nicht beliebig nach oben in den Himmel steigt, sondern dass sich diese Gesamtsumme für die Geschäftsleitung nachvollziehbar entwickelt. Diese Information hat jeder im Geschäftsbericht zur Verfügung.
4. Ein weiterer Punkt: In den Geschäftsleitungen haben wir enorme Differenzen bei den Entlöhnungen. Diese sind aufgrund sehr unterschiedlicher Verantwortlichkeiten auch gerechtfertigt. Wenn Sie jetzt mit Blick auf den Personenschutz diese sehr unterschiedlichen Entschädigungen einzeln publizieren, dann dürfte der eine oder andere in der Öffentlichkeit grosse Mühe haben, zu rechtfertigen, weshalb er beispielsweise weniger verdient. [PAGE 115]
Also auch aus dieser Sicht spricht alles dafür, dass wir die Regelung so belassen: gesamte Entschädigungssumme plus die höchste Summe mit Namen des Bezügers. Damit leisten wir der Transparenz Genüge, und die Aktionäre können sehr genau verfolgen, ob diese Summe verhältnismässig ist, ob sie sich in der richtigen Richtung entwickelt. Sie können verfolgen, ob sie nicht nach oben geht, wenn die Geschäftsergebnisse nach unten gehen.