Jenny This · Ständerat · 2005-03-15
Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2005-03-15
Wortprotokoll
Ich gehöre auch zu jenen, die Lehrlinge ausbilden, und ich habe tatsächlich Verständnis für die Argumente von Kollegin Anita Fetz und von Kollege Peter Bieri. Trotzdem möchte ich Sie bitten, dieser Vorlage zuzustimmen.
Frau Fetz hat auf etwas Wesentliches hingewiesen: Es ist problematisch, wenn jemand nachts arbeiten muss und um acht Uhr in der Schule antraben müsste. Nun werden die meisten Ausbildner diesem Umstand Rechnung tragen. Es wird aber solche geben, die das nicht machen. Um gegen solche Missbräuche vorgehen zu können, ist vorgesehen, das in der Verordnung zu regeln. Wenn Missbräuche passieren sollten, kann man das also via Verordnung sanktionieren.
Es wurde gesagt, die Gesundheit der Jugendlichen sei viel zu wichtig, um sie der Flexibilität zu opfern, das ist richtig. Auf der anderen Seite möchte ich darauf hinweisen, dass viele Jugendliche nach der Lehrabschlussprüfung sehr grosse Schwierigkeiten haben, eine Arbeitsstelle zu finden. Nun gibt es Betriebe, die auf diese Flexibilität angewiesen sind. Es kommen also heute nach zwei- oder dreijähriger Ausbildung sehr viele Leute auf den Arbeitsmarkt, die eben noch nicht 20-jährig, sondern erst 18-jährig sind. Wenn ich nun einen Betrieb habe, in dem ich die Leute flexibel einsetzen muss, werde ich keinen einstellen, bei dem diese Flexibilität nicht gewährleistet ist. Das hat - da gebe ich Kollege Bieri Recht - nichts damit zu tun, dass die Jugendlichen in der Freizeit Alkohol konsumieren und teilweise sogar noch weiter gehen; das betrifft die Freizeit und hat mit einem täglichen Arbeitsablauf - beispielsweise alle Tage Schicht arbeiten zu müssen - nichts, aber auch gar nichts zu tun. Aber wir müssen die Zeichen der Zeit erkennen. Ich kann die Bedenken, namentlich jene von Anita Fetz, zerstreuen, indem ich darauf hinweise, dass hier eben Massnahmen vorgesehen sind und mit Sanktionen, wo nötig, eingegriffen werden kann.
Ich möchte Sie deshalb bitten, der Mehrheit zuzustimmen. Diese Ungleichbehandlung von 25-Jährigen und 19-Jährigen ist heute nicht mehr gerechtfertigt. Wir benachteiligen die 19-Jährigen, wir benachteiligen sie auf dem Arbeitsmarkt gegenüber den 24- und 25-Jährigen, und das ist stossend!