Stadler Hansruedi · Ständerat · 2000-06-06
Stadler Hansruedi · Ständerat · Uri · Christlichdemokratische Fraktion · 2000-06-06
Wortprotokoll
Erlauben Sie mir eine kurze Bemerkung: Die Motion Beerli fordert den prüfungsfreien Übertritt von Personen mit gymnasialer Matura in die Fachbereiche Informations- und Kommunikationstechnologie der Fachhochschulen, dies zum Teil angesichts der herrschenden Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die Antwort des Bundesrates beschränkt sich meines Erachtens - ich bin hier unsicher - richtigerweise nicht auf einen bestimmten Fachbereich, sondern spricht lediglich von einer gewissen Flexibilisierung des Zuganges. Muss ich diese Antwort als Plädoyer für eine generelle Öffnung und eine generelle Flexibilisierung des Zuganges auch zu den anderen Fachbereichen verstehen oder nicht? Ich persönlich habe grosse Sympathien für eine Flexibilisierung. Die Einführung der Berufsmaturität und der Aufbau der Fachhochschulen haben Wesentliches zu einer zeitgemässen, zukunftsgerichteten und attraktiven Berufsbildung in der Schweiz beigetragen. Damit wurde auch die Berufslehre aufgewertet. Dazu haben wir auch Sorge zu tragen.
Mit der Flexibilisierung des Zugangs zur Fachhochschule wird meines Erachtens diese grundsätzliche Zielrichtung, die damals gesetzt wurde, nicht unterlaufen. Ich bin aber überzeugt, dass die Erhöhung der Durchlässigkeit auf der Tertiärstufe generell ein Thema sein muss. Es geht nicht nur um eine gewisse Flexibilisierung des Zuganges zu den Fachhochschulen, vordringlich ist auch die Flexibilisierung des Zugangs von Personen mit der Berufsmaturität und Absolventinnen und Absolventen der Fachhochschulen zu den Universitäten. Es ist meines Erachtens sachlich nicht gerechtfertigt, dass bei diesen Zugängen zu den Universitäten unnötige Hürden errichtet werden. Deshalb habe ich auch ein gewisses Verständnis für einige kritische Bemerkungen zur Flexibilisierung des Zuganges zu den Fachhochschulen für Personen mit der gymnasialen Maturität.
Noch eine abschliessende Bemerkung: Damit die Studiendauer nicht immer verlängert wird, sind meines Erachtens studienbegleitende und studienintegrierte Angebote für die Aufarbeitung allfälliger Defizite zukunftsweisend. Ich bin für eine Flexibilisierung, aber auf der ganzen Tertiärstufe.