Leuenberger Moritz · Bundesrat · 2005-06-13
Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2005-06-13
Wortprotokoll
Seit Mitte der Neunzigerjahre ist bekannt, dass eine wirkungsvolle und nachhaltige Lärmsanierung der Güterverkehrsstrecken vor allem durch Massnahmen am Rollmaterial erreicht werden kann. Die Bremsklötze aus Gusseisen müssen ersetzt werden. Die Schweiz hat denn auch als erstes europäisches Land diese Massnahme vorgesehen. Wir erwarten, dass andere europäische Länder bei ihren Bemühungen um die Lärmsanierung den gleichen Weg einschlagen, also die Bremsklötze aus Gusseisen allesamt ersetzen.
Aufgrund der Betriebserprobungen in der Schweiz hat die Union Internationale des Chemins de Fer (UIC) die erforderlichen Komponenten im Jahre 2003 für den internationalen Güterverkehr homologiert. Mit dem Umrüstungsprogramm nimmt die Schweiz in Europa nun eine führende Rolle ein. Um die Signalwirkung in Europa zu verstärken, nimmt das BAV seit Jahren jede Gelegenheit wahr, an internationalen Veranstaltungen und in europäischen Arbeitsgruppen über den Erfolg und den Projektfortschritt in der Schweiz zu referieren. Alle zwei Jahre findet ein Seminar mit Vertretern der Behörden und Bahnen der Schweiz, Deutschlands, der Niederlande und Italiens statt, um die Lärmsanierung der [PAGE 760] Bahnen zu fördern. Das BAV beteiligt sich aktiv an der Organisation und inhaltlichen Koordination. Die EU hat im Jahre 2002 eine Richtlinie über die Bekämpfung des Umgebungslärms verabschiedet, und noch in diesem Jahr treten zudem erstmals EU-Grenzwerte für konventionelle Fahrzeuge in Kraft. In Zukunft können nur noch lärmarme Güterwagen in Verkehr gesetzt werden.
In Deutschland und den Niederlanden ist die Umrüstung von Güterwagen in Diskussion; Frankreich und andere Länder klären zurzeit weitere technische Voraussetzungen für die Fahrzeugumrüstung ab.