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Graf Maya · Nationalrat · 2005-06-15

Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2005-06-15

Wortprotokoll

Über die Ferkelkastration und die Betäubungspflicht beziehungsweise die Schmerzausschaltung wurde im Vorfeld in der Öffentlichkeit und auch hier im Rat schon so viel diskutiert, dass die Problematik sicher bekannt ist. Die Schmerzausschaltung bei der Kastration von rund 1,3 Millionen Ferkeln pro Jahr in der Schweiz ist nicht nur eine Forderung der Tierschutz-Initiative, sondern wird auch in der breiten Bevölkerung emotional diskutiert. Wir sind uns hier sicher alle einig: Ferkelkastration ohne Schmerzausschaltung sollte es in Zukunft nicht mehr geben.

Wir sind uns bei diesem Artikel aber über die Wortwahl zur Erfüllung dieser Forderung nicht einig. Die grüne Fraktion wird hier der Mehrheit zustimmen. Es ist nämlich absolut notwendig, bei der Revision des Tierschutzgesetzes nicht nur ein Zeichen zu setzen, sondern einen Zeitpunkt zu fixieren. Ich bin sicher, dass wir mit dem Antrag der Mehrheit, der ein Verbot der betäubungslosen Kastration bis zum 1. Januar 2009 fordert, einen Kompromiss gefunden haben. Ich bin sicher - auch das zuhanden der Materialien -, dass dieses "grundsätzlich" dazu verpflichtet, alles zu unternehmen, um diesen Termin einzuhalten. Dieser Kompromiss wurde gefunden und bestätigt, sowohl von Bauernvertretern wie von den Tierschutzorganisationen. Wir sollten daher auf die Verlängerungsbestimmungen des Ständerates verzichten.

Wenn das Verbot ab dem 1. Januar 2009 in den Übergangsbestimmungen drinsteht und zählt, so haben wir eine klare Aussage gegenüber der Branche und vor allem auch in Bezug auf das Projekt "Pro Schwein". Dort sind ja alle Vorabklärungen und Projekte im Gang.

Wir sollten uns als Konsumentinnen und Konsumenten besonders bewusst sein, dass die billigste, effizienteste, schmerzloseste Lösung dieses Problems die wäre, wenn wir alle beginnen würden, auch Eberfleisch zu essen, wie dies in anderen Ländern auch getan wird.

Die grüne Fraktion wird die Mehrheit unterstützen.