Brändli Christoffel · Ständerat · 2005-06-14
Brändli Christoffel · Ständerat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2005-06-14
Wortprotokoll
Stimà signur president, stimà signur cusseglier federal, charas e chars collegas; ich sprach Sie auf Romanisch an, damit Sie sich daran erinnern, dass es die Romanen in diesem Land noch gibt.
Ich möchte nicht wiederholen, was Herr Maissen gesagt hat. Aber es steht schon ein "klassischer" Satz in dieser Begründung: "Ganz allgemein ist es heute um die angemessene Vertretung der französisch- und italienischsprachigen Schweiz in den Führungspositionen der Bundesverwaltung schlecht bestellt." Selbstverständlich hat man sich auch bei den Unterschriften auf diesem Papier nur auf die dreisprachige Schweiz besonnen.
Ich möchte diese Gelegenheit wahrnehmen, um in Erinnerung zu rufen, dass wir ein viersprachiges Land sind. Ich habe mich mit Herrn Kollega Maissen übrigens darüber geärgert, dass man sogar von Bundesratsseite her in den Medien sagt, man habe nur Deutschschweizer gewählt, obwohl eine Vizekanzlerin romanischer Sprache gewählt worden ist. Es ist offenbar so, dass bei einzelnen Personen die romanische Sprache schon abgeschrieben ist.
Ich bin Ihnen sehr dankbar, wenn Sie in all Ihren Debatten über sprachliche Vielfalt die romanische Sprache - die, so meine ich, ein Juwel ist in einer Sprachenlandschaft, die immer mehr uniformiert wird - nicht vergessen.
Ich freue mich natürlich darüber, dass Sie ein klares Signal setzen, indem Sie nächstes Jahr nach Flims kommen. Wir werden Ihnen dann Gelegenheit bieten, romanische Kultur zu erleben; wir werden Sie dort auch entsprechend empfangen.
In diesem Sinne: Grazia fitg per vossa attenziun e betg emblidai la lingua rumantscha.