Genner Ruth · Nationalrat · 2005-12-05
Genner Ruth · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2005-12-05
Wortprotokoll
Die grüne Fraktion wird die Minderheit Kiener Nellen unterstützen. Letztes Jahr hat der Bereich Jugend und Sport massive Kürzungen erfahren. Das war damals aber heftig umstritten. Wir möchten hier nun ein klares Zeichen setzen, dass es nicht nur um Sport geht, sondern vor allem auch um gesundheitsförderliche Bewegung. Grundsätzlich finanziert Jugend und Sport Programme und Projekte für Kinder ab zwölf Jahren.
Angesichts der verschlechterten Daten, die zur Kindergesundheit erhoben worden sind, ist ein Programm von Jugend und Sport "für eine aktive Kindheit" dringend angezeigt. Wir sehen nämlich, dass Kinder im Alter zwischen 5 und 10 Jahren zunehmend übergewichtig sind. Diese Kinder haben nicht nur Übergewicht, sie haben zum Teil eine schlechte Ernährung, sie haben aber ganz besonders häufig zu wenig Bewegung. Wollen wir dem Übergewicht dieser Kinder begegnen, braucht es frühe Programme und frühe Interventionen. Das ist in diesem Sinne klassische Gesundheitsförderung, die halt auch unter dem Stichwort Jugend und Sport zu machen ist.
Dieses Programm, das hier jetzt in einer Pilotphase durchgeführt werden soll, ist eine Vorinvestition. Ich möchte Sie daran erinnern, dass dicke Kinder psychische Probleme haben; sie werden von ihren Kolleginnen und Kollegen oft ausgestossen oder an den Rand gedrängt, und das führt dazu, dass sie sich noch weniger bewegen. Dicke Kinder sind aber ganz besonders auch physischen Risiken ausgesetzt. Wir kennen immer mehr Fälle von Jugendlichen mit Diabetes. Wenn wir gesunde Erwachsene wollen, ist es wichtig, dass wir bereits die Kinder zu einer regelmässigen körperlichen Bewegung bringen. Wenn ich diesem Betrag die vielen Millionen gegenüberstelle, die wir jetzt dann für die Sicherheit im Fussball ausgeben, muss ich sagen, dass diese 2 Millionen Franken hier richtig investiert wären, nämlich eben für Kinder im Sinne ihrer Gesundheit, für die Bewegung und vor allem für Kinder, die bis jetzt nicht berücksichtigt worden sind. [PAGE 1703]
Wenn Herr Loepfe sagt, das sei eine Aufgabe, die rein die Gemeinden und Kantone betreffe, dann wird dieser Ball meines Erachtens einfach hin und her gespielt. Es ist wichtig, dass wir jetzt vom Bund her ein Signal senden, weil die Krankheitskosten nachher in aller Breite im Gesundheitswesen anfallen.
Zur Abwehrstrategie von Herrn Pfister - der auch sagt, er sei ja für den Sport - Folgendes: Ich sehe, dass die meisten, die sich für Sport begeistern, dann vor dem Fernseher sitzen; sie finden den Sport ganz toll. Aber es ist viel wichtiger, dass gesundheitsförderliche Bewegung von möglichst vielen gefördert wird und wir nicht einfach ein paar Spitzensportlern zuschauen. Die Abklärungen in Bezug auf die Notwendigkeit dieses Programms sind längst gemacht. Es gilt jetzt zu handeln.
Ich bitte Sie, diese Gelder für die Gruppe der Kinder im Alter von 5 bis 10 Jahren jetzt zu sprechen, damit dieses Programm realisiert werden kann.