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Marty Kälin Barbara · Nationalrat · 2005-12-14

Marty Kälin Barbara · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2005-12-14

Wortprotokoll

Vor genau sechs Monaten, am 9. Juni dieses Jahres, hatten Sie hier in diesem Saal die Gelegenheit, Massnahmen gegen Kampfhunde und ihre Halter im Tierschutzgesetz zu verankern. Sie haben darauf verzichtet. Sie können die Debatte und den Entscheid mit Namensliste im Amtlichen Bulletin im Internet nachlesen. Wenn nur ein Teil der Unterzeichner der Petition damals nicht Nein gesagt hätte, dann könnten wir uns die gegenwärtige Betroffenheitspolitik ersparen.

Warum sage ich Ihnen das? Ich sage Ihnen das, weil wir zwar Fehler machen dürfen, aber aus ihnen lernen sollten. Ich sage Ihnen das, weil wir eine Wiederholung vermeiden sollten. Ich gehe mit Ihnen fast jede Wette ein, dass es eine Frage der Zeit ist, bis wir einen Lebensmittelskandal auf unseren Tellern haben. Dann werden sich alle die Augen reiben und die Hände verwerfen und fragen: Wie konnte das passieren? Eine grosse Tageszeitung wird eine Medienkampagne lancieren und fragen: Warum hat man nicht gewusst, was da über die Grenze kommt? Wieso hat uns niemand informiert, was auf unseren Tellern landet? Haben wir als Konsumentinnen nicht ein Anrecht zu wissen, was wir essen und wie es produziert worden ist? Man wird sofort griffige Massnahmen auf Bundesebene fordern und die Gesetze verschärfen wollen. Das können wir uns alles ersparen, indem wir es jetzt tun, indem wir nicht warten, bis die Katastrophe passiert ist, und erst dann reagieren, sondern indem wir agieren, indem wir handeln, was ja eigentlich unsere Aufgabe hier in diesem Parlament ist.

Wir können auf überstürzten nachträglichen Aktivismus verzichten, wenn wir dem Antrag der Mehrheit der Kommission zustimmen und vorausschauend legiferieren. Denken Sie deshalb an die Kampfhunde, und sagen Sie Ja zur Deklarationspflicht.