Giezendanner Ulrich · Nationalrat · 2000-09-19
Giezendanner Ulrich · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2000-09-19
Wortprotokoll
Ich habe grundsätzlich Verständnis für Herrn Wiederkehr, nur ist das Postulat falsch. Die Motorenleistung hat nun wirklich nichts mit der Endgeschwindigkeit zu tun. Sehen Sie, bei einem Fahrzeug, das zum Beispiel im Anhängerbetrieb läuft, also einen Wohnanhänger oder so etwas anhängt, brauchen Sie natürlich mehr PS, als wenn das gleiche Fahrzeug im Solobetrieb läuft. Stärkere Motoren braucht man auch, wenn man mehr Insassen hat. Wenn Sie die heutigen Vans, die Sie kennen, einsetzen, dann haben Sie vielleicht einmal einen Passagier drin; wenn Sie dann aber mit sechs Personen an der Gotthardrampe sind, brauchen Sie einfach mehr Motorenleistung. Das ist eigentlich eine ganz logische Sache.
Wir - oder eigentlich der Bundesrat - haben den grossen Fehler beim Lastwagenverkehr gemacht. Wir hatten früher 10 PS pro transportierte Tonne vorgeschrieben; der Bundesrat hat dieses Gesetz geändert und den EU-Bestimmungen angepasst, so dass wir heute nur noch mit 5,8 PS, glaube ich, auskommen müssen. Sie alle wissen, und auch Herr Wiederkehr weiss es, dass stärkere Motoren umweltfreundlicher sind. Aber, Herr Wiederkehr, sie werden von jungen Leuten sehr oft missbraucht, deshalb habe ich auch Verständnis.
Ich würde vorschlagen, dass wir gemeinsam nach einer Lösung mit allfälligen Limiten suchen; aber die Motorenleistung zu begrenzen, wäre ein Bärendienst an der Umwelt und am flüssigen Verkehr. Wir können uns auch nicht lächerlich machen. Auf der einen Seite verlangt der Bundesrat im Landverkehrsdossier bei den flankierenden Massnahmen Mindestgeschwindigkeiten; er will Mindestgeschwindigkeiten am Berg einführen. Herr Wiederkehr will auf der anderen Seite die Motorenleistung begrenzen. Das kann nicht sein, das ist ein totaler Widerspruch.
Deshalb bitte ich Sie höflich, das Postulat nicht zu überweisen.