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Hess Hans · Ständerat · 2005-11-29

Hess Hans · Ständerat · Obwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2005-11-29

Wortprotokoll

Ich lege meine Interessenbindung ebenfalls offen: Ich bin Präsident der Lignum, Holzwirtschaft Schweiz.

Die SBB geben mit ihrem angekündigten Projekt Focus an, nur noch 320, d. h. die Hälfte der bisherigen Ladestellen bedienen zu wollen. Das tönt in Anbetracht der grossen Defizite auf Anhieb vertretbar und auch vernünftig; Herr Schmid hat darauf hingewiesen. Diese Absicht stimmt aber in der Summe der Verladestellen nur insoweit, als das Ganze gesehen wird. Mit der Konzentration auf diejenigen Punkte, die in den Agglomerationen liegen, wird aber insbesondere die Wald- und Holzwirtschaft stark betroffen sein, welche mehrheitlich auf Verladepunkte in ländlichen Regionen angewiesen ist.

Für die Holzwirtschaft ist die Situation aber noch viel einschneidender: In einem ersten Schritt, bekannt gegeben im Juni 2005, sollten bereits weit mehr als die Hälfte der Freiverladestellen für Langholz geschlossen werden, was allein einer Reduktion auf 200 Verladestellen entspricht. Im kürzlich angekündigten zweiten Schritt wird diese Zahl nochmals auf 100 Freiladestellen halbiert. So sind wir dann noch bei 20 bis 25 Prozent der bisherigen Verladepunkte, und das ist grosszügig gerechnet. Betroffen von diesem Abbau ist im Vergleich zu heute in etwa die Hälfte des transportierten Holzes.

Ich kann es mir leisten, als Präsident einer gesamtschweizerischen Organisation nicht nur auf meine engere Heimat zu verweisen; ich kann auf die Ostschweiz verweisen, um darzustellen, was das bedeutet. In der Ostschweiz lauten die Zahlen: Abbau von 155 auf 25 Stationen. Betroffen sind etwa 60 Prozent der transportierten Menge, rund 4400 Güterwagen oder 220 000 Tonnen Holz.

Wir sprechen für die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft von insgesamt 1 bis 1,2 Millionen Tonnen Holz, die pro Jahr [PAGE 924] exportiert werden sollten. Das Interesse wäre gross, das Holz mit der Bahn zu transportieren; es geht hier also um Transporte auf lange Distanzen. Es kann aber nicht davon ausgegangen werden, dass dieses Holz nun an wenigen Zentren zusammengeführt wird; viel eher wird es gleich per LKW ans Ziel gebracht, und das ist eben beim Transit nicht die Absicht. Je weiter das Holz zum Verladebahnhof verschoben werden muss, desto teurer wird dieses Zuführen, und somit wird der Bahntransport eigentlich uninteressant.

Ich darf es sagen: Wir sind nicht gegen Strukturverbesserungen. Wir sind aber gegen die Art und Weise, wie die SBB das machen wollen. Sie diktieren, ohne auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Ich kann Ihnen ein Beispiel nennen: Die Holzwirtschaft wird - zwei Wochen zuvor - auf den 14. Oktober an eine Grossveranstaltung nach Basel eingeladen und muss entgegennehmen, was die SBB schon beschlossen haben und was alle am anderen Tag in der Zeitung lesen können. Wir erwarten, dass die SBB das Gespräch ernsthaft suchen; dann sind wir auch zu Lösungen bereit, die allen dienen.

Ich danke Ihnen, wenn Sie dem Antrag der Minderheit Gentil zustimmen.