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Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · 2000-09-19

Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · Evangelische und Unabhängige Fraktion · 2000-09-19

Wortprotokoll

Wenn man die Begründung liest und hört, die uns Herr Bosshard heute geliefert hat, muss man sagen: Natürlich, er hat Recht. Er hat Recht: Die Hirzelstrasse ist eine sehr stark frequentierte Strasse. Es verkehren dort zwischen 14 000 und 18 000 Motorfahrzeuge pro Tag. Sie durchquert ein Gebiet, das tatsächlich schützenswert und wertvoll ist und auch ins Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen worden ist.

Es stimmt auch, dass der Ausbaustandard dieser Strasse relativ bescheiden und den heutigen Frequenzen sicher nicht angepasst ist. Schliesslich ist es auch aus umweltschützerischer Sicht richtig, dass die Höhendifferenzen von 150 Metern, die tatsächlich überwunden werden müssen, natürlich zu einem höheren Energieverzehr und zu mehr Abgasen und somit zu mehr Umweltbelastung führen.

Aus der Sicht desjenigen, der die Strasse als Automobilist oder als Transporteur befährt, ist diese Argumentation ohnehin richtig. Man würde mit einem Tunnel einige Minuten gewinnen und über die Jahre wahrscheinlich auch einige Liter Benzin einsparen. Allein: Das ist eine einseitige Betrachtungsweise der Dinge. Die andere Seite ist grundsätzlicher, und da bin ich froh um die Stellungnahme des Bundesrates.

Grundsätzlich müssen wir doch feststellen: Wenn dieser Tunnel kommt, wenn diese Verbesserung mit einer sehr einfach zu befahrenden Tunnelstrasse ohne Wenden und "Spitzkehren", ohne enge Passagen und Überwindung von Höhendifferenzen geschaffen wird, dann wird das eine relativ attraktive Verbindung für den Motorfahrzeugverkehr geben. Das würde wahrscheinlich - der Bundesrat hat das in seiner Stellungnahme sehr schön angetönt - eine Priorisierung, eine Bevorzugung und eine Verbesserung der Konkurrenzsituation des Automobils ergeben.

Wir haben also zwei verschiedene Seiten, die zu beachten sind: Wir haben die Vorteile dieses Vorstosses, wir haben aber auch die Nachteile. Ich persönlich bin froh darüber, dass der Bundesrat seine Haltung in der genannten Art und Weise darlegt. Die Prioritätenliste soll eingehalten werden, und nachher ist das gesamte Vorhaben in den Gesamtzusammenhang einer nationalen Verkehrspolitik zu stellen.

In diesem Gesamtzusammenhang muss die Prüfung erfolgen. Ich denke, dass diese Prüfung noch lange nicht durchgeführt ist und dass sie nicht unbedingt zu einem positiven Resultat führen wird. Wir unterstützen deshalb diese Motion nicht, auch nicht in Form eines Postulates. Wenn die Prüfung dereinst gemacht wird, wird man allerdings sehen, was dabei herauskommt. Möglicherweise wird sich mehr Positives als Negatives ergeben.

Aus heutiger Sicht können wir den Vorstoss aber nicht unterstützen.