Eberhard Toni · Nationalrat · 2000-09-20
Eberhard Toni · Nationalrat · Schwyz · Christlichdemokratische Fraktion · 2000-09-20
Wortprotokoll
Ich möchte mich nur zu den Fragen 4 und 5 äussern. Die Landwirtschaft hat natürlich ein Interesse daran, dass der Einsatz von Antibiotika zurückgeht. Seit Anfang 1999 ist es ja verboten, Antibiotika vorbeugend via Tierfutter einzusetzen. Das bringt in der ersten Phase natürlich eine grössere Gefahr, vor allem bei einem Stallwechsel, dass die Tiere erkranken. Deshalb müssen sie in der Therapie vermehrt mit Medikamenten behandelt werden.
Auf die Frage 4 antwortet der Bundesrat, dass hier die Tiergesundheit wichtig ist. Das kann ich bestätigen. Wir haben jetzt begonnen, gerade in der Schweinehaltung, flächendeckende Sanierungen vorzunehmen. Das läuft so ab, dass in einer Gemeinde alle Tiere aus dem Stall entfernt werden und durch Tiere ersetzt werden, welche frei von gewissen Krankheiten sind. Vorgängig müssen die Betriebe desinfiziert werden. Dass man eine solche Aktion nur gemeindeweise durchführen kann, hängt damit zusammen, dass die nötigen Tiere nicht vorhanden sind. Eine Wiederansteckung kann nur durch die Luft passieren oder durch Transporte von Tieren, die erkrankt sind.
[PAGE 945] In diesen Gemeinden wird eine flächendeckende Kontrolle durch den Tiergesundheitsdienst durchgeführt. Wenn ein Tier erkrankt, muss dieser Betrieb erneut saniert werden. Es ist deshalb logisch, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis in Kantonen mit grosser Tierdichte alle Betriebe saniert sind. Deshalb bin ich der Meinung, dass Punkt 4 der Antwort des Bundesrates wichtig ist. Es ist wichtig, dass sich der Bund hier weiterhin engagiert und mithilft, dass diese flächendeckenden Sanierungen durchgeführt werden können.
Zu Frage 5: Hier geht es um den Tierarzneimittelmarkt. Die Schweiz hat sehr hohe Tierarzneimittelpreise. Die Medikamente sind sehr teuer. Wir stehen nun vor der Ausgangslage, dass wir eine Marktöffnung für unsere Produkte haben. Wir müssen wettbewerbsfähiger werden; im Strategiepapier des Bundesamtes zu "Horizont 2010" wird noch vermehrte Wettbewerbsfähigkeit verlangt.
Natürlich haben hohe Medikamentenpreise auch einen Einfluss auf ihren Einsatz. Wenn sie sehr teuer sind, ist man eher zurückhaltend. Wenn von uns mehr Wettbewerb gefordert wird, wenn wir marktfähig sein müssen, sind wir andererseits auch darauf angewiesen, dass auf dem Medikamentenmarkt für Tiere Wettbewerb herrscht und dass diese hohen Preise zurückgehen.
Deshalb bin ich der Meinung - die Landwirte sind genügend ausgebildet, sie nehmen die Verantwortung wahr -, dass auch hier der Markt geöffnet werden muss, damit wir wettbewerbsfähige Preise haben.