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Kaufmann Hans · Nationalrat · 2006-03-08

Kaufmann Hans · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2006-03-08

Wortprotokoll

Ich kann die Ausführungen meines Vorredners nur bestätigen. Damit Sie vielleicht die praktische Tragweite dieses Minderheitsantrages sehen, nehmen wir doch jetzt einfach sämtliche Fonds, auch die ausländischen, die teilweise von unserer Behörde beaufsichtigt werden müssen. Gehen wir von 3000 Fonds aus. In jedem Fonds hat es vielleicht 50 Titel. Das wären dann schon 150 000 Generalversammlungen. An jeder Generalversammlung gibt es vielleicht 10 Traktanden. Dann müssten 1,5 Millionen Meldungen an unsere Behörden gemacht werden. Und was macht dann unsere Behörde mit diesen 1,5 Millionen Meldungen? Wahrscheinlich aufbewahren, jedes Jahr mehr Archivalien.

Das ist genau die Bürokratie, gegen die wir ja schon seit Jahren ankämpfen. Es ist auch sehr häufig so, dass, selbst wenn Sie Titel im Portefeuille eines Fonds haben, Sie diese Titel vielleicht ausgeliehen haben. Sie können dann die Stimmrechte nicht wahrnehmen. Auch hier würde die Situation unglaublich verkompliziert, wenn Sie zu jeder dieser Transaktionen dann wieder Meldung machen müssten. Schliesslich das Kernproblem: die Anlegermeinung, die die Fondsgesellschaft ausüben soll. Die Meinung von Frau Leutenegger Oberholzer ist vielleicht nicht die gleiche, die ich habe. Da müsste ja dann diese Fondsgesellschaft erst noch eine Umfrage bei den Fondsinhabern machen - also Bürokratie über Bürokratie! Die meisten Fonds haben das ja wirklich gut geregelt, ähnlich wie die Pensionskassen. Ich glaube nicht, dass wir hier weitere Bürokratie schaffen sollten.

Ich bitte Sie wirklich, die Mehrheit zu unterstützen.