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Binder Max · Nationalrat · 2006-03-22

Binder Max · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2006-03-22

Wortprotokoll

Ich kann Ihnen sagen, ich bin noch jetzt stolz auf den 1. Dezember 2003, Frau Kiener Nellen, als dieses Parlament hier anlässlich der Vereidigung, zusammen mit den Besuchern, die erste Strophe - die erste Strophe - unserer exzellenten und grossartigen Landeshymne gesungen hat; ein grossartiger Moment, jedenfalls für mich! Ich habe Folgendes festgestellt: Ich habe sehr viele Reaktionen erhalten; nicht unzählige Reaktionen, Frau Kiener Nellen, so weit gehe ich nicht, und ich glaube, auch Sie könnten die Reaktionen, die Sie bekommen haben, durchaus zählen; mindestens die an mich gerichteten Reaktionen kann ich zählen. Diese Leute haben gesagt: Endlich steht dieses Parlament anlässlich der Vereidigung des eidgenössischen - des eidgenössischen! - Parlamentes wieder einmal geschlossen zu unserem Land. Ein grossartiger Moment, den ich nie - nie - vergessen werde!

Nun, Sie haben gesagt, die meisten könnten nur die erste Strophe singen. Da gebe Ihnen Recht, das trifft zu, das können Sie an jedem 1. August feststellen. Deshalb wird ja auch immer ein Liedblatt mit allen drei Strophen verteilt, und es wird letztlich versucht, alle drei Strophen zu singen. Aber es kommt ja letztlich nicht darauf an, ob man alle drei Strophen auswendig kann. Wichtig ist, dass wir eine integrierende Landeshymne für uns haben, und das ist diese Melodie. Es ist eine grossartige Melodie! Die Melodie ist bekannt, sie ist sogar bestens bekannt, und auf diese Melodie zu verzichten wäre gerade anlässlich der Euro 2008 fast fahrlässig. Stellen Sie sich vor, die Schweizer Nationalmannschaft würde Europameister, und niemand würde die Landeshymne kennen, die dann vielleicht gespielt werden müsste. Nein, gerade jetzt und für immer sollten wir diese Melodie für uns behalten.

Der Text ist ein relativ neutraler Text, hinter dem viele oder die meisten - nicht alle - stehen können. Herr Studer hat das sehr schön gesagt: Sie werden es nicht schaffen, sie werden es mit keinem Text schaffen, hundert Prozent unserer Bevölkerung dahinter zu scharen; das wird es nicht geben. Deshalb ist ja der Schweizerpsalm, der als Schweizerpsalm geschrieben wurde und später dann zur Nationalhymne wurde, gerade das Richtige.

Ich möchte Ihnen sagen: Bleiben Sie bei diesem grossartigen Werk, und stimmen Sie dem Bundesrat zu, der diese Motion ablehnt. Das ist die einzige grosse Tat, die Sie heute vollbringen können! (Heiterkeit)