Reimann Maximilian · Ständerat · 2006-06-07
Reimann Maximilian · Ständerat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2006-06-07
Wortprotokoll
Als langjähriger und heute ehemaliger Präsident der parlamentarischen Gruppe Sport erlaube ich mir, auch noch kurz das Wort zu ergreifen. Zunächst freue auch ich mich einfach, dass es unserem Land zusammen mit unserem Nachbarn Österreich gelungen ist, diesen drittgrössten Sportanlass der Welt in unsere Länder zu holen. Diese Tatsache überragt an Stellenwert, jedenfalls bei mir, bei weitem den Hickhack, der nun um die Verteilung der öffentlichen Finanzen und allenfalls um den Beitrag der Uefa zwischen Bund und den Stadionstädten ausgelöst wurde.
Grundsätzlich halte ich dafür, dass die Spielregeln sowohl im Sport wie auch in der Politik während einer Partie nicht mehr geändert werden sollten. Das verlangt die sportliche Fairness, der auch ich mich verpflichtet fühle. Ich sage das auch als Mitglied des Beirates Euro 2008 des Schweizerischen Fussballverbandes, auch auf das Risiko hin, dass mir das der eine oder andere Kollege, die eine oder andere Kollegin in diesem Gremium übel nehmen könnte. Damit habe ich auch diese Interessenbindung offen gelegt.
Aber ich unterstützte von allem Anfang an die Linie des Bundesrates und tue es auch heute. Zwar habe ich volles Verständnis für jene Kollegen, die diesen Zusatzkredit kritisieren, aber die äusseren Rahmenbedingungen, Herr Sitznachbar Jenny, haben sich nun einmal zwischen 2001 und heute geändert, und die ursprüngliche Botschaft wurde eben vor dem ominösen 11. September 2001 geschrieben. Dem trage ich mit meiner Zustimmung zur Mehrheit Rechnung. Höher gehen, wie es die Host Cities und die Minderheit hier im Rat nun nachträglich von uns fordern, dafür kann ich aber nicht mehr Hand bieten. Auch diese Kreise, diese Leute sollten sich an die ursprünglich vereinbarten Spielregeln halten. Einfach so nachträglich vom Bund mehr Geld zu fordern ist jedenfalls nicht meine Art.
Schliesslich noch ein Wort an die Adresse der Uefa: Ich habe dieser Tage vernommen, dass die Uefa offensichtlich mit der Vergabe der Fernsehübertragungsrechte in der Schweiz noch zuwartet, um nicht zu sagen, dass sie darüber pokert. Ich kann mir vorstellen warum: Offensichtlich will die Uefa beim Gegenwert, bei der Abgeltung dieser TV-Rechte, flexibel bleiben. Sollte die Uefa nämlich den Organisatoren nachträglich noch entgegenkommen müssen, wie es einige Politiker in der Schweiz verlangen, dann würde sie wohl einfach mehr für die Übertragungsrechte verlangen; für die Uefa ein Nullsummenspiel, für die SRG und vor allem für ihre TV-Konsumenten aber eine unnötige, zusätzliche finanzielle Bürde. Deshalb, meine ich, wäre es vernünftig und gerecht, dass man sich auch bei der Uefa an Usanzen und Gepflogenheiten hält, innert nützlicher Frist die erforderlichen Verträge abschliesst, dabei den gebührenzahlenden TV-Konsumenten gegenüber fair bleibt und den Bogen nicht überspannt. Ich hoffe, dieser Wunsch stosse unten am schönen Genfersee, am Sitz der Uefa in Nyon, auf offene Ohren.