Villiger Kaspar · Bundesrat · 2000-10-02
Villiger Kaspar · Bundesrat · Luzern · 2000-10-02
Wortprotokoll
Ich danke Herrn Widmer dafür, dass er teilweise sehr zufrieden ist. Das ist eine neue Qualifikation, die ich sehr schätze. Ich gehe in diesem Sinne nicht auf seine zweite Frage ein, weil er mit deren Beantwortung zufrieden ist.
Zur ersten Frage: Wenn wir im öffentlichen Beschaffungswesen gewissen Regeln unterworfen sind, können wir sie natürlich nicht ausser Kraft setzen, wenn sie internationales Recht betreffen, denn das würde wiederum zu Retorsionen führen. Da muss ich Sie einfach dafür um Verständnis bitten, dass wir uns daran halten wollen.
Aber der Bund verwendet ja unter ökologischen Aspekten vermehrt Holz. Ich weiss auch, dass meine Mitarbeiter im BBL fast schon "Holzfans" sind, wenn ich das so sagen darf. In diesem Sinne könnten wir Ihnen einige auch neuere Beispiele zeigen, beispielsweise die Gemeinschaftszollanlage Kreuzlingen, die ich nächstens einweihen werde, die Anlagen des Baspo in Ipsach und Biel/Strandboden usw. Wir bleiben dran, müssen uns aber an die rechtlichen Regeln halten.
Noch zur dritten Frage: Es leuchtet mir an sich ein, dass es eben Fälle gibt, wo die Holzschnitzelfeuerung - vom Personaleinsatz her, von den Räumlichkeiten her, von den Liefergarantien her, von Wartung und Betrieb her usw. - vielleicht nicht optimal ist. Aber das heisst natürlich nicht, dass man das Anliegen am Anfang, wenn man ein Projekt grob konzipiert und sozusagen "zu Faden schlägt", nicht in die Beurteilung mit einbezieht und von Anfang an sagt: Es geht nicht. Das wollen meine Leute auch tun.
In diesem Sinne gehen wir, glaube ich, ganz in Ihrer Richtung. Aber es mag halt Fälle geben, wo dann der Moment kommt, in dem man entscheidet, es nicht mit Holz zu machen. Dafür möchte ich um Verständnis bitten. Aber letztlich sind wir uns der Bedeutung unseres heimischen Holzes bewusst.