Lexipedia

Gadient Brigitta M. · Nationalrat · 2006-12-05

Gadient Brigitta M. · Nationalrat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2006-12-05

Wortprotokoll

Ihre WBK beantragt Ihnen grossmehrheitlich, den Beitrag an Bibliomedia Schweiz nicht auf 1,478 Millionen Franken zu budgetieren, sondern 2 Millionen pro Jahr vorzusehen. Seit 1921 unterstützt der Bund über die Ausrichtung einer Finanzhilfe Bibliomedia Schweiz - die frühere Schweizerische Volksbibliothek -, die Stiftung für die öffentlichen Bibliotheken in der Schweiz. Diese erfüllt im Interesse des Bundes Aufgaben von nationaler Bedeutung für das öffentliche Bibliothekswesen und für die Schulen in der Schweiz, die keine andere Institution in unserem Land wahrnehmen kann. Durch ihre Tätigkeiten trägt Bibliomedia dazu bei, in allen Regionen der Schweiz ein lebendiges Bibliotheksnetz sicherzustellen. Dadurch können insbesondere auch kleinere Bibliotheken ihren Leserinnen und Lesern attraktive und moderne Leistungen anbieten. Bibliomedia setzt sich für eine ausgeglichene Literaturversorgung aller Landesteile und Bevölkerungskreise ein und trägt so zu einem wichtigen regionalen und sozialen Ausgleich bei.

Lassen Sie mich noch einmal deutlich festhalten: Bibliomedia nimmt drei ganz wichtige Aufgaben wahr: erstens die Leseförderung, zweitens den regionalen Austausch und eine ausgeglichene Förderung aller Landesteile, drittens den sozialen Austausch und die Integration. Gerade die Lesekompetenz, die von den Bibliotheken gefördert wird, ist aber letztlich Grundlage für alle weiterführenden Anstrengungen in der Bildungspolitik. Wir können lange über die Probleme sprechen, die sich bei der Pisa-Studie gezeigt haben, aber wenn wir hier bei Bibliomedia mehr tun, dann tun wir etwas ganz Konkretes, um die Situation wirklich zu verbessern. Die Aufgaben von Bibliomedia liegen ganz klar im nationalen und im öffentlichen Interesse, und eigentlich müssten wir da noch viel mehr tun.

Nichtsdestotrotz will der Bundesrat bei Bibliomedia den letztes Jahr leider von zwei auf eineinhalb Millionen Franken gekürzten Beitrag beibehalten. Aber eineinhalb Millionen reichen einfach nicht. Ein Bundesbeitrag von eineinhalb Millionen liegt auf dem gleichen Niveau wie 1990.

Sie können sich selber ausrechnen, was das bedeutet. Der Bundesbeitrag deckt damit nur noch einen guten Drittel der Gesamtkosten der Stiftung, und die Kantone haben auch nicht die Mittel, um einfach so diese Lücke zu füllen. Das in den betrieblichen Abläufen vorhandene Sparpotenzial wurde in den letzten Jahren weitgehend ausgeschöpft. Dazu kommt, dass bei den meisten Bereichen des Bundesamtes für Kultur 1 bis 10 Prozent an Einsparungen vorgenommen wurden, aber ausgerechnet bei Bibliomedia, bei der so wichtigen Bibliotheks- und Leseförderung, ist das Ausmass mit 25 Prozent überrissen hoch. Das ist nun völlig unverständlich und wirft umso mehr Fragen auf, als damit der Bund auch seine Rolle als Hauptträger der Stiftung abgibt und deren Fortbestand grundsätzlich infrage stellt.

Ich bitte Sie deshalb eindringlich, auch im Interesse der Jugend und somit der Zukunft unseres Landes dem Antrag der WBK zuzustimmen und Bibliomedia einen Beitrag von 2 Millionen Franken zuzugestehen.