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Kaufmann Hans · Nationalrat · 2006-12-05

Kaufmann Hans · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2006-12-05

Wortprotokoll

Ihre Kommission empfiehlt Ihnen mit 15 zu 7 Stimmen, den Minderheitsantrag I (Pfister Theophil) abzulehnen, und mit 12 zu 10 Stimmen, den Minderheitsantrag II (Vollmer) abzulehnen. Der Einzelantrag Fluri lag uns ja nicht vor.

Die Diskussionen über die Filmförderung sind in der Finanzkommission ein Dauerbrenner. Da prallen eben die beiden Meinungen bezüglich der Frage aufeinander, ob Filmförderung Staatssache sei oder nicht. Wir geben Millionen Franken für Statistiken aus. Im letzten Jahr ist auch eine entsprechende Übersicht erschienen. Da stellen wir fest, dass nebst dem Bund auch die Kantone, Städte, Gemeinden, aber auch das Zwangsgebührenmedium Fernsehen für den Film tief in den Sack greifen. Dazu kommen gemeinnützige private Stiftungen. Also haben wir bereits im Jahr 2004 rund 60 Millionen Franken für die Filmförderung ausgegeben. Wir haben in der Zwischenzeit - da muss ich eine der Votantinnen korrigieren -, wir haben im letzten Jahr nicht abgebaut, sondern wir haben im letzten Jahr die Filmförderung auf Bundesebene um 5,8 Millionen Franken aufgestockt, wenn wir die zusätzlichen Rubriken, vor allem jene für das Internationale, dazuzählen.

Was sagt eigentlich diese Statistik? Es wurde schon erwähnt, dass die Schweiz in Europa pro Kopf der Bevölkerung die meisten Filme produziert. Aber es kommt nicht auf die Menge an, sondern im Zusammenhang mit dem Budget auf das, was wir eigentlich dafür bezahlen. Wir sehen auch hier in der Rangliste, dass wir punkto Filmförderung mit in der Spitzengruppe in Europa sind. Wenn wir die letzten zwei Jahre dazuzählen, haben wir da wahrscheinlich nochmals vorwärtsgemacht.

Herr Vollmer hat gross von der schweizerischen Filmindustrie gesprochen. Wenn man diese aber etwas genauer betrachtet, stellt man fest, dass sie vor allem aus Einzelkämpfern besteht. Es sind etwa 1800, 1900 Filmschaffende, die hier beschäftigt sind. Wenn ich die Filmförderung durch die Anzahl der Beschäftigten teile, komme ich schon im Jahre 2004 auf die Grössenordnung von 37 000 Franken Förderung pro Filmschaffenden. In der Zwischenzeit gehen wir wahrscheinlich schon bald auf 50 000 Franken zu. Es wird [PAGE 1668] eine Frage der Zeit sein, bis die Filmschaffenden pro Kopf vom Staat mehr erhalten als die Bauern.

Nun ist es ja sehr interessant, wenn man dieses neue Konzept Succès Cinéma betrachtet, das von Herrn Fluri jetzt so gerühmt wird. Das ist für mich der Prototyp des Prinzips "Gewinne werden privatisiert, Verluste oder Subventionen werden von der Gemeinschaft getragen". Was mich aber stört, ist, dass die Gewinne nicht nur privatisiert werden, sondern dass man sie noch vergoldet. Pro verkauftes Billett kommen immerhin noch zehn Franken dazu. Da können Sie mir jetzt nicht weismachen, es gehe hier nicht auch um das Filmfestival in Solothurn.

Nun, zu diesem Einzelantrag Fluri kann ich Ihnen keine Kommissionsempfehlung abgeben. Die anderen beiden Anträge habe ich Ihnen bereits im Namen der Kommission zur Ablehnung empfohlen.