Loepfe Arthur · Nationalrat · 2006-12-06
Loepfe Arthur · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Christlichdemokratische Fraktion · 2006-12-06
Wortprotokoll
Ich bin immer für Sport zu haben; ich versuche auch jeden Tag etwas Sport zu treiben, wie Herr Marti. Nun kann man sich aber fragen, ob dieses Problem, das hier mit den "fetten" Kindern besteht, einfach mit Geld zu lösen ist. Es geht ja darum, dass wir die Fünf- bis Zehnjährigen jetzt mit Bundesgeldern davon abhalten wollen, sich nicht zu bewegen und zu oft vor dem Fernseher zu sitzen. Man will hier von heute auf morgen um 10 Millionen Franken aufstocken - das sind 20 Prozent mehr als im laufenden Jahr.
Ich bin der Meinung, dass wir hier kurzfristig nichts ändern können. Es muss etwas Längerfristiges geschehen, und das, wie gesagt wurde, soll ja durch das VBS zusammen mit den Kantonen auch passieren. Das braucht aber etwas Zeit. Es ist dringend nötig, dass wir diese Lösungen zusammen mit den Kantonen, mit den Gemeinden, mit den Schulen und mit den Sportvereinen erarbeiten und durchziehen. Die Verantwortung liegt ja schliesslich primär bei den Eltern und eben bei den Gemeinden und Kantonen. Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt auch noch den Bund dafür verantwortlich machen, mit Sofortmassnahmen die Fünf- bis Zehnjährigen zur Bewegung zu bringen.
Ich habe langsam den Eindruck, wir sollten einen Kredit für die Ausbildung und Erziehung der Eltern sprechen. Die Eltern sind ja primär dafür zuständig, dass die Kinder, vor allem die Kleinkinder, vernünftig ernährt werden, nicht zu oft vor dem Fernseher sitzen und sich wenigstens am Wochenende und wenn möglich auch am Abend etwas bewegen. Hierfür gibt es ja auch eine Stiftung für Gesundheitsförderung, in die Sie und ich im Zusammenhang mit der Krankenkassenprämie alle einbezahlen. Wie Sie aus der Sonntagspresse vernehmen konnten, weiss man dort im Moment nicht so recht, was mit dem Geld angefangen werden soll. Vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit, um das Geld sinnvoll zu verwenden.
Ich bitte Sie also, jetzt die Sache nicht in einer Hauruckübung anzugehen, sondern das Pilotprojekt des VBS und der Kantone zu fördern und abzuwarten. Im Übrigen hat ja auch ein Erziehungsdirektor ganz einfache Massnahmen vorgeschlagen. Das wäre zum Beispiel, dass die Schüler halt wieder zu Fuss in die Schule gehen und nicht mit dem Auto dorthin gebracht werden und dort abgeholt werden müssen und Ähnliches mehr. Ich bitte Sie bei allem Verständnis für die Notwendigkeit, dass Junge sich bewegen, doch von dieser radikalen Budgeterhöhung abzusehen und die Sache längerfristig anzugehen.