AB 69035
Egerszegi-Obrist Christine · Nationalrat · Aargau · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2006-12-07
Wortprotokoll
Mit dem heutigen Tag tritt unser Kollege Johannes Randegger aus unserem Rat zurück.
Johannes Randegger ist 1995 für die Freisinnigen des Kantons Basel-Stadt in den Nationalrat gewählt worden und hat sich rasch einen Namen als engagierter und profilierter Vertreter des Forschungs- und Wirtschaftsstandortes Schweiz gemacht. Als Mitglied und später auch als Präsident der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur hat er wichtige forschungs- und bildungspolitische Debatten massgeblich geprägt. Seine Sorge galt stets einem leistungsfähigen Bildungs-, Forschungs- und Innovationsbereich und dabei namentlich der Weiterentwicklung und Anwendung der Gentechnologie. Für immer wird sein Einsatz bei den Beratungen des Gentechnikgesetzes in bester Erinnerung bleiben.
Durch den Film "Mais im Bundeshuus" haben 105 051 Kinobesucher im Inland, Hunderttausende von Zuschauern am Fernsehen und ein grosses internationales Publikum nicht nur viel über unser politisches System erfahren, sondern auch viel über die Qualitäten von Johannes Randegger. Ich hatte selber das Vergnügen, diesen Film auf Vietnamesisch zu hören, und wir haben darüber gestaunt, wie viele gute Reaktionen er provoziert hat, eben auch mit Johannes Randegger als einem der Hauptdarsteller. Wir alle haben ihn als kämpferischen Politiker und Interessenvertreter, aber auch als sympathischen, sensiblen, fairen und offenen Menschen kennengelernt.
An vorderster Front kämpfte Johannes Randegger für die neue Bildungsverfassung. Bei diesem Geschäft war er als Kommissionspräsident das eigentliche Zugpferd. In jeder Arbeitsphase und in jedem Arbeitsprozess hat er sich persönlich enorm engagiert, und er hat sich stets um Vermittlung und um tragfähige Kompromisse bemüht. "Le chimiste charmeur de l'harmonisation scolaire", so betitelte eine Westschweizer Zeitung ihre Berichterstattung. Nicht viele Kommissionspräsidenten dürften es erleben, dass einer von ihrer Kommission ausgearbeiteten Vorlage vom Volk mit 85,6 Prozent Jastimmen zugestimmt wird, wie dies beim Bildungsartikel am 21. Mai 2006 geschehen ist.
Seit 2003 sammelte Johannes Randegger als Mitglied der Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates auch wertvolle aussenpolitische Erfahrungen. Auch hier setzte er sich in seinen Fachgebieten mit grosser Überzeugungskraft für seine Anliegen ein. Im Rahmen des Engagements für die Grundprinzipien des Europarates - Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte - hat er als Wahlbeobachter unter oft widrigen Umständen in Bosnien-Herzegowina, in Albanien, in der Ukraine, in Mexiko und in Kasachstan Dienste geleistet.
Wir danken unserem geschätzten Kollegen sehr herzlich für die während elf Jahren geleistete Arbeit und wünschen ihm für die Zukunft von Herzen alles Gute. (Grosser Beifall)
[VS]
[VS]
[VS]
Schluss der Sitzung um 13.00 Uhr
La séance est levée à 13 h 00
[PAGE 1737]
[VS]
[VS]
[VS]