Hegetschweiler Rolf · Nationalrat · 2006-12-11
Hegetschweiler Rolf · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2006-12-11
Wortprotokoll
Bei der Energie Verbrauchsziele zu definieren ist an sich richtig, aber wenn schon, dann bitte für alle und nicht nur für die privaten Haushalte. Hat man nur die privaten Haushalte im Visier, weil sich diese am wenigsten wehren können? Mir scheint es so. Ein Mieter zum Beispiel hat sehr wenig Einfluss auf den Energieverbrauch seiner Wohnung, auf jeden Fall viel weniger als ein Gewerbe-, Dienstleistungs- oder Industriebetrieb. Wenn nicht auch dort Verbrauchsziele festgelegt werden - zum Beispiel Wärmebedarf pro Quadratmeter bei Dienstleistungsbetrieben; das wäre ja ohne weiteres möglich -, dann ist das gegenüber den privaten Haushalten ungerecht. Hier müsste man auch berücksichtigen, dass jedes Jahr 40 000 Wohnungen gebaut werden. Das sind in 25 Jahren - das ist etwa der Zeithorizont - eine Million zusätzliche Wohnungen. Den Energieverbrauch will man stabilisieren. Also muss man in dieser Zeit etwa 30 Prozent einsparen, damit man auf dem gleichen Niveau ist wie bei Inkrafttreten des Gesetzes. Mindestens diese Wachstumsproblematik müsste man berücksichtigen und auch dazu stehen.
Die Verbrauchsprognosen sagen, dass in der nächsten Zeit etwa 2 Prozent Energie pro Jahr zusätzlich verbraucht werden. Darum sprechen wir ja auch von Stromlücken usw. Aber nur bei den Privathaushalten Verbrauchsziele festzulegen löst das Problem sicher nicht.
Ich bitte Sie deshalb um Zustimmung zur Minderheit I (Steiner) und um Streichen dieses Passus.