Häberli-Koller Brigitte · Nationalrat · 2006-12-12
Häberli-Koller Brigitte · Nationalrat · Thurgau · Christlichdemokratische Fraktion · 2006-12-12
Wortprotokoll
Die CVP-Fraktion unterstützt die Beteiligung der Schweiz an den Programmen der EU in [PAGE 1795] den Bereichen Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration in den Jahren 2007-2013. Die Schweiz muss ihre Partner für internationale Zusammenarbeit weltweit suchen, wobei vor allem das wissenschaftliche Interesse der Forschenden, das Interesse von Wirtschaft und Gesellschaft, die Zusammenarbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie auch die Tradition und Effizienz der Zusammenarbeit die Auswahl bestimmen. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und anderen Ländern liegt wegen der vorhandenen Möglichkeiten und der gemeinsamen Interessen in Europa, wo sich die 25 Länder der EU, die EU-Kandidatenländer und die EWR- und Efta-Länder auf gemeinsame Projekte einigten.
Eine Vollbeteiligung ist vor dem Hintergrund der Schaffung eines europäischen Bildungs- und Forschungsraumes, der internationalen Mobilität von Studierenden, Forschenden und Professoren, aber auch vor dem Hintergrund der Offenheit und Attraktivität der Schweizer Hochschulen unbedingt notwendig. Mit dieser integralen Beteiligung wird der künftige Wissens-, Forschungs- und Arbeitsplatz Schweiz gefördert. Die gleichberechtigte Beteiligung stellt sicher, dass die Schweizer Forschung nicht marginalisiert wird. Eine lediglich projektweise Zusammenarbeit mit der EU in der Forschung hätte grosse Wettbewerbsnachteile zur Folge.
Mit der integralen Beteiligung am Abkommen zu den 7. Forschungsrahmenprogrammen sichern wir die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der EU. Die gleichberechtigte Beteiligung ist wichtig, um sicherzustellen, dass die Schweizer Forschung in Europa nicht marginalisiert wird. Die Zwischenbilanz zu den 6. Forschungsrahmenprogrammen zeigt einen Rücklauf von hundert Prozent der schweizerischen Zahlungen. Es sind mehr als tausend Schweizer Beteiligungen in über neunhundert Projekten zu verzeichnen. Es hat sich gezeigt, dass Schweizer Projektkoordinatoren im europäischen Vergleich überdurchschnittlich erfolgreich sind, obwohl diese Funktion erst seit dem 1. Januar 2004 von ihnen übernommen werden kann. Da Schweizer Forschende in verschiedenen Bereichen, insbesondere in den Lebenswissenschaften sowie in den Informations- und Nanotechnologien, auch eine europaweit führende Position einnehmen, kann davon ausgegangen werden, dass die Aufgabe des Projektkoordinators in Zukunft noch häufiger von Schweizer Forschenden übernommen wird.
Diese Koordination ist attraktiv, da sie es ermöglicht, die Ausrichtung des Projektes zu bestimmen und einen substanziellen Teil der Forschungsarbeiten zu übernehmen. Sie ist aber auch aus finanzieller Sicht interessant, da die grössten Beiträge in aller Regel an die Projektkoordinatoren gehen. Mit diesen Rahmenprogrammen öffnen sich somit für unsere Forscherinnen und Forscher zahlreiche Türen, und die Integration ins europäische Forschungsnetz wird über die Dauer der Projekte hinaus verstärkt und ausgebaut. Laut einer Umfrage bestätigen über achtzig Prozent der befragten Grossunternehmen, KMU, Hochschulen und Forschungsinstitutionen ausserhalb der Hochschulen, dass sie aus dieser Zusammenarbeit einen grossen Nutzen ziehen. Die Beteiligung an den EU-Projekten ist notwendig, um international wahrgenommen zu werden und national glaubwürdig zu sein.
Ich bitte Sie namens der CVP-Fraktion, auf die Vorlage einzutreten, den Rückweisungsantrag der SVP-Fraktion und den Eventualantrag abzulehnen und mit der Mehrheit der Kommission dieses wichtige Geschäft gutzuheissen und damit eine Vorlage zu unterstützen, welche für Forschung und Wirtschaft in unserem Land von grosser Bedeutung ist.