Kuprecht Alex · Ständerat · 2006-12-18
Kuprecht Alex · Ständerat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2006-12-18
Wortprotokoll
Einmal mehr haben wir heute bezüglich Immobilien über einen Verpflichtungskredit, und zwar in der Gesamthöhe von 283,6 Millionen Franken, zu befinden und zu entscheiden. Als Mitglied der vorberatenden Kommission und insbesondere derjenigen Gruppe, welche die baulichen Vorhaben des Gefechtsausbildungsplatzes Ost auf dem Waffenplatz St. Luzisteig sowie das Zeughausareal in Mels besichtigt hat, erlaube ich mir, meine persönlichen Eindrücke von diesen beiden Bauprojekten festzuhalten.
Zuerst gilt es einmal festzuhalten, dass die bisherigen Umbau-, Renovations- und Sanierungsarbeiten an den historischen und wohl ältesten Militäranlagen unseres Landes mit grossem Erfolg, dem notwendigen Flair für die Werterhaltung der klassischen und nostalgischen Wehranlage und dem erforderlichen Geschick zur Integration der unter [PAGE 1165] Heimatschutz stehenden Anlagen vorgenommen worden ist. Sowohl die wehrtechnischen Anlagen als auch die Modernisierung der Truppenunterkünfte und Ausbildungsräume sind sehr zweckmässig und den heutigen Anforderungen entsprechend vorgenommen worden. Vorbei sind die Zeiten der riesigen Schlafsäle; ein Hauch heutigen Wohnens hat in militärischen Bauten Einzug gehalten. Dort, wo einst die Angehörigen der bedeutungsvollen Teilstreitkraft "Train" unseres Heeres als besonderem Teil unserer Infanterie - und mit ihr wohl unzählige Bauernsöhne - ihre Sporen und ihren Sold verdienten und wo auch ihre Begleiter mit vier Beinen ihren Sold und ihren Hafer verdienten, ist ein wahrhaftiger Wandel hinsichtlich der Ausbildung und der militärischen Ausrichtung vor sich gegangen. Die Pferde und Maultiere wurden durch motorisierte Kampffahrzeuge ersetzt, die langen und oft in unwegsames Gelände führenden Märsche wichen einer schlagkräftigen Kampf- und Gefechtsausbildung. Das Füttern der Tiere wird heute ersetzt durch das Füttern von Computern. Die Modernisierung der Ausbildung für das Gefecht mit den verbundenen Waffen ist offensichtlich, und der Waffenplatz zwischen Graubünden und dem Fürstentum Liechtenstein eignet sich in ausgezeichneter Weise für diesen Wandel.
Die mit dem Rüstungsprogramm bewilligte "Simulationsunterstützung für Gefechtsübungen" steht vor der Einführung bzw. ist teilweise schon in Betrieb. Die elektronische Simulation der Übungsanlage, die analoge Erfolgskontrolle und die damit verbundenen Einfluss- und Korrekturmöglichkeiten sind wichtige Grundlagen einer modernen Ausbildung.
Die in der Botschaft enthaltenen Verpflichtungskredite - sowohl für die Gefechtsausbildung in St. Luzisteig als auch für den Umbau des Zeughauses in Mels - sind wichtige Etappen des infrastrukturellen Umbaus dieser beiden Armeestandorte.
Die beantragten 29 Millionen Franken sind die finanziellen Fundamente sowohl des beschlossenen Standortkonzeptes dieser künftigen Logistikbasis als auch der Weiterentwicklung des Ausbildungs- und Schiessplatzes St. Luzisteig. Auf wohl eindrückliche Art und Weise wird somit der älteste Waffenplatz der Armee durch diesen funktionalen und baulichen Wandel zum modernsten Ausbildungsstandort unserer "Armee XXI".
Man darf mit Fug und Recht behaupten, dass auch diese Investition ein echt zukunftgerichteter und epochaler Entwicklungsschritt im Zeichen einer modern ausgebildeten und auf die optimalen Einsätze der Raumsicherung und Grenzverteidigung ausgerichteten Armee darstellt. Die Verbands- und die Gefechtsausbildung erfahren durch die gleichzeitigen Übungsmöglichkeiten von zwei Infanteriekompanien und einer Erweiterung der technischen Systemkapazitäten auf 600 Personen und rund 100 Fahrzeuge eine wesentliche quantitative wie auch qualitative Ausbildungsverbesserung. Die beantragte Investition erlaubt es künftig zudem, durch die Einsparung von Kampfmunition Kosten einzusparen, und sie verringert im Weiteren die Gefahr von Unfällen und Bränden.
Die für den Waffenplatz St. Luzisteig ausgewiesenen Raumbedürfnisse lassen sich mit den bestehenden Gebäuden nicht mehr decken. Die vorgesehenen und geplanten Neubauten und baulichen Anpassungen der bestehenden Infrastruktur sind unumgänglich, und der Bedarf ist mehr als ausgewiesen.
Ich bitte Sie, auf die Vorlage einzutreten, dem Antrag der SiK zu folgen und dem Verpflichtungskredit in der Höhe von 29 Millionen Franken zuzustimmen.