Riklin Kathy · Nationalrat · 2007-03-06
Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Christlichdemokratische Fraktion · 2007-03-06
Wortprotokoll
Herr Bundesrat: "Höje Laas", "Frooi Uussicht", "Düühelitor", "Äbeni Flue" - ich weiss nicht, wie Sie zu diesen Namen stehen, ob sie allen verständlich sind. Ich habe im letzten Jahr eine Anfrage 06.1020, "Landeskarten mit extrem mundartlicher Schreibweise?", gemacht, und Sie haben mir am 24. Mai 2006 geantwortet, dass Sie auch der Meinung seien, dass die "Weisung 48" einen sinnvollen Kompromiss zwischen berechtigter Schrifttradition und reiner Lokalsprache darstellt. Wieso haben Sie dann am gleichen Tag den Entwurf "Toponymische Richtlinien 2005" verteidigt und neu den Entwurf "Leitfaden Toponymie 2006" erlassen, der ebenso völlig konträr zur "Weisung 48" ist? Damit müssten z. B. im Kanton Thurgau 50 Prozent der Namen geändert werden. Dieser Prozess ist bereits im Gang. In den Kantonen Schaffhausen und Thurgau kennt man die Landeskarten beinahe nicht mehr, weil sie nur noch aus schweizerdeutschen Ausdrücken bestehen.
Was können Sie mir dazu sagen? Welche Weisung gilt jetzt: "Weisung 48", gemäss der man eine einheitliche Sprache bewahrt und auch die Namen weiterhin so schreibt, wie sie immer geschrieben wurden, oder werden nun auf den Landeskarten alle Namen auf Schweizerdeutsch übersetzt?