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Lustenberger Ruedi · Nationalrat · 2007-03-14

Lustenberger Ruedi · Nationalrat · Luzern · Christlichdemokratische Fraktion · 2007-03-14

Wortprotokoll

Ich habe hier als Schreinermeister und Unternehmer keine persönlichen Interessen zu vertreten, aber ich spreche als Vertreter einer Region, in der die Berglandwirtschaft bis heute in einem gewissen Ausmass von dieser Arbeitsteilung profitiert hat.

Es liegt in der Natur der Vielfalt der schweizerischen Landwirtschaft, dass in dieser Debatte von den Direktbetroffenen sehr unterschiedliche Positionen und Anliegen dargelegt wurden; das haben wir in den letzten fünf bis sechs Stunden Debatte von gestern und heute hautnah erlebt. In einem Punkt war sich aber die schweizerische Landwirtschaft bis heute immer einig, und ich gehe aufgrund des Antrages der Minderheit Binder davon aus, dass das auch in Zukunft so sein wird: In einem gewissen Ausmass hat stets eine Solidarität der Talbauern mit den Bergbauern bestanden, und diese soll auch weiterhin bestehen.

Wenn sich nun die Bergbauern im Zusammenhang mit der Aufhebung der Milchkontingentierung Sorgen machen, sollten wir diese Sorgen auch ernst nehmen; denn ökonomisch gesehen sind die Bergbauern die Verlierer bei der Aufhebung der Milchkontingentierung. Herr Pelli, Sie haben hier vorhin einen Überlegungsfehler gemacht. Sie sagten, es bestünden keine Rechtsgrundlagen. Die Arbeitsteilung zwischen Berg und Tal findet seit fünfzig, sechzig Jahren statt, und dazu haben wir auch rechtliche Grundlagen. Nur, mit dem Hinfall der Milchkontingentierung kann man das bisherige System nicht weiterführen. Deshalb bitte ich Sie, der Minderheit zuzustimmen, vor allem auch, weil die Kommissionsminderheit ja eine Kann-Formulierung beantragt. Ich bin überzeugt, Frau Bundesrätin: Sie werden mit Ihren Experten im Bundesamt für Landwirtschaft hier eine Lösung finden, die einen gewissen Übergang, die die heute bestehende Solidarität zwischen Berg- und Talbauern auch in Zukunft gewährleistet.

Es kommt dazu - deshalb bin ich eigentlich überrascht, dass weder Grüne noch SP-Leute diesen Minderheitsantrag unterschrieben haben -, dass die Viehzucht im Berggebiet im Vergleich zur Milchwirtschaft in Bezug auf die Auswirkungen ökologischer ist. Sie ist weniger intensiv, und deshalb macht diese Förderung der Arbeitsteilung auch aus ökologischen Überlegungen Sinn.

Die CVP-Fraktion unterstützt den Antrag der Minderheit.