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Zemp Markus · Nationalrat · 2007-03-14

Zemp Markus · Nationalrat · Aargau · Christlichdemokratische Fraktion · 2007-03-14

Wortprotokoll

Die CVP-Fraktion unterstützt hier die Mehrheit.

Dass die Verkäsungszulage, wie sie die Mehrheit der Kommission jetzt beantragt, eine flexible und sinnvolle Lösung ist, ist offensichtlich. Grundsätzlich ist ja auch der Bundesrat für eine Verkäsungszulage, er hat diese aber auf 10 Rappen festgesetzt. Materiell gibt es hier also eigentlich keine wesentlichen Unterschiede. Aber sehen Sie, die Milchwirtschaft - und damit die Käsewirtschaft - steht jetzt vor der entscheidenden Herausforderung, vor welcher andere Teile der Landwirtschaft noch nicht stehen: Ab dem 1. Juli 2007 haben wir beim Käse keinen Grenzschutz mehr. Man kann einerseits frei importieren, man kann andererseits frei in den EU-Raum exportieren.

Worum geht es jetzt? Es geht jetzt darum, dass die schweizerische Käsewirtschaft die ausländischen Märkte im Hochpreissegment erfolgreich besetzen kann. Mit der Verkäsungszulage, wie wir sie vorschlagen, geben wir der Käsereiwirtschaft einen Vorsprung. Wir geben ihr bessere Chancen, damit sie Zukunftsmärkte ausbauen kann. Denn ein Ausbau ist jetzt ganz wichtig, damit wir mehr Milch produzieren können; ich denke beispielsweise an Zunahmen in der Grössenordnung von 1 bis 2 Prozent jährlich. Das entspricht in etwa dem, was eine Kuh dank Zuchtfortschritt, dank Fortschritt in der Haltung und Fütterung jährlich mehr produziert. Und was gibt es ökonomisch gesehen Einfacheres, Effizienteres, als via Zuchtfortschritt mehr Milch zu produzieren? Sie müssen nicht in Gebäude investieren, Sie müssen nicht mehr Kühe halten, Sie können die Kosten senken. Ich denke, dass wir der Milchwirtschaft als Zukunftsbranche diese Chance geben sollten.

Vielleicht noch eine Bemerkung zu den Milchbauern. Das Problem der Milchbauern ist das folgende: Wer Kühe hat, der ist an den Betrieb gebunden, am Morgen, am Abend, am Wochenende; er kann sein Einkommen nicht über Nebenerwerb entscheidend aufbessern. Das heisst, wir sprechen hier von einem Haupterwerbsbetrieb. Gerade deswegen müssen wir schauen, dass diese Betriebe Chancen haben, sie müssen wachsen können. Sie konnten in der Vergangenheit in erster Linie über den Zukauf oder die Miete von Kontingenten wachsen. Das Problem ist das Land, das ihnen fehlt. In den vergangenen zwölf Jahren haben sich die Milchkontingente pro Betrieb fast verdoppelt - wir sind jetzt auf über 100 000 Kilogramm Milch -, aber die Flächenzunahme beträgt nur 29 Prozent. Das heisst, Wachsen wird sehr teuer. Deswegen müssen wir dann auch beim Rahmenkredit etwas nachhelfen.

Vielleicht noch etwas zur Diskussion über diese Beiträge im Zusammenhang mit Hochleistung usw.: Der Bauer kann nicht unökologisch produzieren. Wir haben dafür ja die gesetzlichen Grundlagen. Sagen Sie nicht, eine Kuh mit 8000, 9000 oder 10 000 Kilogramm Milch sei ökologisch nicht sinnvoll. Das hängt davon ab, welche Futtervoraussetzungen der Betrieb hat. Jedenfalls ist es in der Schweiz so, dass die Lebensleistung der Kühe, trotz beachtlicher Leistungssteigerungen je Kuh und Jahr, ansteigt. Es soll mir niemand sagen, dass wir hier nicht auf dem richtigen Weg seien.

Ich bitte Sie also, der Mehrheit zu folgen.