Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · 2007-03-14
Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · EVP/EDU Fraktion · 2007-03-14
Wortprotokoll
Ich habe auch vorweg noch zwei Bemerkungen zu meinem Vorredner, Kollege Scherer:
1. Autolifte und Ventile sind keine Lebewesen, und die Vergleiche, die er angestellt hat, überzeugen in keiner Art und Weise. [PAGE 249]
2. Die Randbedingungen, mit denen Herr Scherer zu argumentieren glaubt - nämlich diese Einschränkungen durch andere Gesetze, die ohnehin dafür sorgen würden, dass nicht riesige Tierfabriken entstehen könnten, wenn wir diese Höchstgrenzen aufheben würden -, sind solche in den Umweltschutzgesetzen und an anderen Orten, die immer wieder gerade von seiner Seite her Angriffe erfahren, mit denen einzelne dieser Schutzbestimmungen ausser Kraft gesetzt oder ausgehöhlt werden sollen. Hier geht es doch nur darum, einen Stein nach dem anderen wegzutragen, um dann eben diese Einschränkungen, diese Bedingungen, die nicht umsonst gemacht worden sind, zu reduzieren und abzubauen.
Zur Sache selber und ganz direkt: Unsere Landwirtschaft produziert immer noch zum grossen Teil mit bäuerlichen Familienbetrieben. Das sind Betriebe, die nicht einer industriellen Grossproduktion entsprechen, sondern eben noch auf die Arbeitskraft der Familie abgestimmt sind. Das ist auch gut so, nicht nur aus Sicht dieser kleinen Gemeinschaften, sondern auch aus Sicht unserer Bevölkerung, die eben nicht industrielle Nahrungsmittelproduktion will. Sie will nicht Eier aus der Fabrik, sie will auch nicht Fleisch aus der Fabrik, sondern unsere Gesellschaft will nach wie vor ökologisch und naturnah erzeugte Produkte. Und das entspricht nicht einer Produktion in diesen riesigen Hallen mit Tausenden von Hühnern oder mit Hunderten von Schweinen, die in ihrer Situation nicht eine natürliche Lebensweise haben können. Es ist bereits gesagt worden, die Höchstgrenzen sind ja nicht so gesetzt, sondern sind vor ein paar Jahren sogar noch hinaufgesetzt worden. Sie sind nicht so eng, dass sich nicht gewisse Betriebe noch etwas entwickeln könnten.
Für uns ist das auch eine Wertefrage. Es geht um die Frage, ob eigentlich der Profit und das reine Profitdenken jener Bauern - man muss diese eigentlich Produzierende nennen, da sie relativ gut betucht sind - wichtiger sein sollen, wichtiger als eine naturnahe, tiergerechte, ökologische Produktion und Landwirtschaft, die auch angemessen auf das Tierwohl Rücksicht nimmt. Ich meine, dass in dieser Wertefrage die Konsumenten schon längst entschieden haben. Ganz klar: Wenn diese nämlich gefragt werden, welche Art von Produkten sie wollen, dann geben sie die klare Antwort, dass sie nicht Produkte aus Tierfabriken wünschen, selbst wenn jene Produkte ein paar Prozent günstiger sein sollten.
Ich bitte Sie daher namens der grossmehrheitlichen EVP/EDU-Fraktion, den Minderheitsantrag zu unterstützen.