Hassler Hansjörg · Nationalrat · 2007-03-14
Hassler Hansjörg · Nationalrat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-03-14
Wortprotokoll
Ich möchte hier noch meine Interessenbindung offenlegen. Ich bin Präsident der Branchenorganisation Viehexport Schweiz und darum natürlich auch direkt an diesem Thema sehr interessiert.
Der Viehexport hat in der Schweiz eine grosse Tradition. Vor der BSE-Krise wurden jährlich bis zu 15 000 Stück Vieh exportiert. In den Neunzigerjahren kam der Viehexport wegen der BSE-Krise völlig zum Erliegen. Das waren ganz schwierige Zeiten für die Schweizer Viehwirtschaft. Der inländische Nutz- und Schlachtviehmarkt brach völlig ein. Nach der BSE-Krise haben wir den Viehexport zusammen mit den Bundesämtern, mit dem Bundesamt für Landwirtschaft und dem Bundesamt für Veterinärwesen, sorgfältig wiederaufgebaut - dies mit Erfolg. In den letzten Jahren konnten wiederum 4000 bis 5000 Tiere pro Jahr exportiert werden. Das Schweizer Vieh hat international wieder einen hervorragenden Namen und ist sehr gefragt.
Der Viehexport ist für die Viehwirtschaft in unserem Land von grosser Bedeutung. Er entlastet unsere inländischen Märkte: Sowohl der Zucht- und Nutzviehmarkt als auch der Schlachtviehmarkt profitieren davon. Der Export ist auch ein Puffer - je nachdem, wie sich Angebot und Nachfrage im Inland entwickeln. Auf die unterschiedliche Marktsituation im Inland kann mit dem Viehexport entsprechend reagiert werden.
Um den Viehexport weiterführen zu können, sind wir aber weiterhin auf die finanzielle Unterstützung des Bundes angewiesen. Der Bund unterstützt heute den Viehexport im Durchschnitt mit rund 1000 Franken pro Tier. Bei 4000 bis 5000 exportierten Tieren pro Jahr ergibt dies einen jährlichen finanziellen Aufwand von rund 4 bis 5 Millionen Franken. Das ist im ganzen Agrarbudget ein sehr bescheidener Betrag, das Geld ist aber auch sehr effizient eingesetzt und hat eine grosse Wirkung. Auf die finanzielle Unterstützung sind wir weiterhin angewiesen, weil die sanitarischen Anforderungen mit den dazugehörigen Kontrollen sehr hoch sind und auch der administrative Aufwand für den Viehexport ausserordentlich gross ist. Ohne Bundesbeitrag könnte der Viehexport kaum mehr weitergeführt werden, weil wir nicht mehr gleich lange Spiesse wie unsere Konkurrenzländer hätten.
Die WTO lässt vorläufig diese Exportbeiträge zu. Wir sind der klaren Meinung, dass unser Land die Viehexportbeiträge aufrechterhalten sollte, solange dies möglich ist. Eine Streichung dieser Beiträge auf 2009 drängt sich überhaupt nicht auf.
Ich bitte Sie daher, dieses für die Viehwirtschaft wichtige Instrument weiterhin zu unterstützen und der Minderheit Wandfluh zuzustimmen.